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Thema: Gleitlager für Roboter selber drucken

  1. #1

    Gleitlager für Roboter selber drucken

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    Hallo Zusammen,

    ich bin gerade dabei, einen vierbeinigen Roboter zu bauen. Die Elektronik ist bereits fast fertig, jetzt fehlt noch die Mechanik.

    Um die einzelnen Gelenke zu verbinden, brauche ich ein Lager. Früher habe ich Kugellager genutzt, allerdings sind diese hier zu schwer. Würde also gerne auf Gleitlager umsteigen. Ich habe bereits erste Erfahrung mit von mit selbst 3D-gedruckten Gleitlagern, allerdings nur als kleine Version (Innendurchmesser 3mm). Nun sollte der Innendurchmessser ca. 20mm betragen.

    Anfangs dachte ich, dass man bereits fertige Gleitlager im Internet kaufen kann (wie Kugellager bereits zusammen gepresst). Kann allerdings nur einzelne zylindrische Teile wie dieses hier finden.

    Kann mich bitte jemand aufklären (oder auf entsprechende Quellen verweisen), wie ich damit umzugehen habe? Gibt es zu diesem Zylinder einen weiteren, kleinere oder größeren, den man am Ende ineinander steckt? Oder muss ich das Gegenstück selber drucken? Wie sieht es dabei mit der Passung aus? Muss ich selber noch irgendein Gleitmittel dazwischen tun?

    Vielen Dank!

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Gleitlager selber drucken, kann man versuchen, dann auf Super-Fein drucken mit unter 0.1 (also 0.06mm oder weniger) Schichtdicke - vermutlich. Dann wahrscheinlich auch mit ABS drucken oder anderen mechanisch stabileren Materialien. Insofern das Spiel zur Welle/Stange stimmt, kann man das noch fetten und es sollte einigermaßen funktionieren. Aber aus Gründen des Ärgers und Langlebigkeit würde ich professionelle Gleitlager kaufen, sind ja so teuer nicht. Generell zum Gleitlager: https://de.wikipedia.org/wiki/Lineargleitlager - Du benötigst noch die Metallstange, wo das Lager drauf geschoben wird, wo es dann drauf gleitet. Die kann man kaufen. Dann könntest Du die auf die benötigte Länge abschneiden.

    MfG


    PS: In CD-Laufwerken sind diese Gleitlager mit den Stangen in klein drin
    Geändert von Moppi (06.11.2018 um 09:09 Uhr)

  3. #3
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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    .. dachte .. fertige Gleitlager .. bereits zusammen gepresst .. Kann allerdings nur einzelne zylindrische Teile wie dieses hier finden ..
    Dein Link ist gut, du solltst nur etwas mehr dort rumlesen/stöbern dann fändest Du alle Antworten auf Deine Fragen.

    Gleitlager wie in Deinem Link - also Bundbuchsen - gibts nicht "zusammengebaut". Diese Buchsen werden bei der Erstmontage in die Lageraufnahme eingepresst und dann wird die Welle eingeschoben. Das gesamte Lager besteht also nur aus der Buchse und der Auflagefläche der Welle innerhalb der Buchse! Also dasselbe, das im Mittelalter die zwei hölzernen Halbschalen machten, in die man Schweineschwarten als Lagermaterial einlegte und danach die Mühlradwelle da hineinzwängte *gg*.

    Die Lageraufnahme (also in Deinem Roboter"gestell") muss entsprechend bemessen werden, damit die Buchse nach der Montage die angestrebte Bohrungstoleranz erhält => beim Einpressen der Buchse schrumpft natürlich auch ihr Innendurchmesser. Die entsprechenden Vorgabewerte sind beim Lieferanten zu finden. Üblicherweise Toleranzen der Lageraufnahmebohrung H7, die Welle wird mit h9 empfohlen. Damit wird das optimale Lagerspiel nach der Fertigmontage erreicht. Wellen mit entsprechend toleriertem Aussendurchmesser sind im Handel häufig erhältlich.

    Wichtig !! ist die Aufnahmebohrung bzw. ihre Lage in der Gesamtstruktur. Wenn die Bohrungswandung aus zu dünnem Material besteht oder in einer wabbeligen Halterung liegt oder nicht das passende Maß hat, dann ist auch nach der Montage die angestrebte optimale Passung nicht erreichbar ! ! ! Es empfiehlt sich bei höheren Anforderungen da nachzurechnen und evtl. die Lagerbohrung mit ner Reibahle auf das berechnete Maß zu bringen.

    Du hast vermutlich garnicht so hohe Anforderungen. Allerdings solltest Du dann auch wissen dass Du bei unterschiedlichen (Raum-)Temperaturen auch unterschiedliches Lagerspiel hast, weil sich der Kunststoff Deiner Lageraufnahme eben mehr thermisch verformt als der Stahl von Kugellagern. Ob das Deiner Konstruktion was ausmacht, musst Du selbst entscheiden.

    Ne Skizze über Montage bzw. fertigen Einbau ist bei dem von Dir verlinkten Hersteller auch vorhanden - wer suchet der findet.

    Wichtig ist ebenfalls die Tatsache, dass die von Dir gezeigte Bundbuchse (üblicherweise) ein reines Radiallager darstellt das KEINERLEI axiale Lasten aufnehmen kann. Für die "seitliche" Last muss man dann bei diesen Bundbuchsen ne passende Konstruktion vorsehen. Im Gegensatz dazu nehmen z.B. die üblichen Kugellager (Rillenkugellager DIN 625) doch die bastlerdesign-üblichen Axiallasten auf - und das noch dazu in beiden axialen Richtungen.
    Ciao sagt der JoeamBerg

  5. #5
    Das war das Puzzlestück, das mit gefehlt hat. Vielen Dank!

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