Bei den PICs gibt es mittlerweile drei Verkaufsversionen und eine Produktionsversion:
Am Ende jedes PIC steht die Taktangabe, also z.B. PIC16F876-04 bedeutet, dass der PIC auf 4 MHz ausgelegt ist, -10 steht für 10 MHz und -20 für 20 MHz.
Nur werden keine PICs mit 04 und 10er-Auslegung mehr produziert, so dass es sich bei allen um 20-MHz-Typen handelt, die einfach nur anders belabled sind.

Wenn du mehr als die 20 MHz brauchst, kannst du unter Umständen bis zu knapp 40 MHz auf die PICs geben, allerdings ist dann nicht mehr der volle Temperaturbereich garantiert, und damit kann es auch Instabilitäten geben.

Meine Tests in der Klimakammer haben ergeben, dass sich 19 von 20 PIC16F870ern problemlos bis ca. 34 MHz takten lassen, und zwar über den vollen Temperaturbereich (Standard-Version). Einige konnte man noch höher takten, allerdings waren das dann deutlich weniger...

Wo die übertakteten PICs dann versagt haben, war bei den Surge-Tests mit 6kV. Dort war die Grenze bei rund 29 MHz.

Die Kühlung der PICs ist nicht das wichtige, sondern irgendwann arbeitet der interne Oszillator nicht mehr richtig (irgendwo bei ca. 26 MHz). Ab dieser Grenze muss man auf eigene Oszillatorkonstruktionen umsteigen oder Quarzoszillatoren verwenden.
Der nächste Knackpunkt ließ sich nicht so ohne weiteres Aufspüren, aber es hat den Anschein, dass der Flash bei mehr als 40MHz aussteigt, machmal auch früher. Ebenso machte das RAM bei mehr als 42 MHz Mucken.
Vorher sind bei rund 36 MHz die Timer ausgefallen, bei 35 MHz der AD-Wandler...

Sichere Werte waren 24 MHz, die haben alle problemlos mitgemacht, mit ein wenig Glück kannst du auch welche noch bei 30 MHz betreiben, aber dann würde ich schon mit Ausfällen rechnen und damit die PICs nicht mehr in Produktivsystemen einsetzen...

Wichtig ist, wenn du das irgendwie geschäftlich nutzt: die Bausteine sind nur bis zum angegeben Wert spezifiziert, d.h. nur bis dahin zahlt auch der Hersteller wenn es später mal ein Problem gibt. Wenn du in einem sicherheitsrelevanten System die PICs übertaktet einsetzt und es dort zu einem Unfall kommt, bist du dran wegen grober Fahrlässigkeit - und dann kann das Millionen kosten...

Also wenn du das nicht einfach nur zum ausprobieren machen willst, dann vertraue auf die Angabe und belass es dabei.

MfG
Stefan