Hallo Devil, hallo an Alle,

sorry, ich bin hier zwar spät dran, aber ich denke, es gibt noch eine andere Möglichkeit;

Generell kann man das so machen, wie oben schon beschrieben. Wenn man allerdings dann auch von Phase zu Phase 400 Volt AC haben möchte, wie das im echten Netz der Fall ist, dann braucht man dafür rund 680 V DC. Das ist ne Menge Holz - und schon richtig fett gefährlich.

Man muss aber nicht zwangsläuffig eine so hohe Spannung nehmen. Man könnte auch die normale DC Spannungshöhe eines normalen Wechselrichterzwischenkreises nehmen. Dort handelt es sich um rund 320 V DC. Das gibt man dann über eine Steuerung an einen IGBT, und hat dann 3 Phasen, allerdings mit "nur" 230 V AC von Phase zu Phase. Damit haben die angeschlossenen Drehstromgeräte natürlich weniger Leistung, sie funktionieren aber weiterhin. Angeschlossene Einphasengeräte können - eigentlich - gar nicht angeschlossen werden, weil ja kein Nulleiter vorhanden ist. Man müsste sie also zwischen zwei Phasen hängen, was NUR hier möglich ist, weil die Spannung HIER ja geringer ist. Im echten Netz würden solche Geräte einen elenden Tod erleiden, da ja zwischen zwei Phasen ca. 400 V AC anliegen. Das tut natürlich jedem 230 V Gerät richtig fett weh. Manche Geräte werden sofort sterben. Anderer werden sich mehr oder weniger lange quälen. Bild  

Aber was ist mit dem Nulleiter? Wie kommt man da ran? Auch das ist möglich. Es gibt 3 Varianten;

Die erste wird fast immer angewandt; Am Ausgang wird ein Eisentrafo angeschlossen. Dieser hat 3 Phasen als Eingang, und 3 Phasen UND einen Nulleiter als Ausgang. Die Ausgangswicklung hat also einen herausgeführten Sternpunkt. Diese Variante wird verwendet, wenn man Frequenzumrichter als Notstromgeräte verwenden möchte. Zwischen dem FU Ausgang und dem Trafo kommt allerdings noch eine Filterschaltung, welche die ca. 4 khz bis ca. 8 khz Schaltfrequenz des FU ausfiltert. Am Ausgang des Trafos ist dann ein wunderschöner Sinus. Große Notstromgeräte (mit Verbrennungsmotor und Generator) arbeiten eigentlich immer so. Der Ausgang des Generators geht da also nicht direkt zu den Steckdosen, sondern wird gleichgerichtet, geht auf einem FU, und dann zum Filter und Netztrafo.

Die zweite Variante wird meines Wissens auch angewandt, jedoch wohl nur in hochgradig professionellen Geräten; Man arbeitet hier mit einem symetrischen DC Zwischenkreis, welcher eben nicht nur + und - hat, sondern - ca. 600 V DC, Masse, und + ca. 600 V DC. Der Mittelpunkt dieser DC Spannung ist dann der Nulleiter. Aber auch hier kann man mit einer geringeren sym. DC Spannung arbeiten, hat dann eben aber auch eine geringere AC Ausgangsspannung (zwischen den Phasen und zwischen Phase und Null).

Die dritte Variante ist sehr selten und wird in aller Regel nur bei Leistungen in Bereich einiger hundert Watt / VA angewandt; man hat auch hier nur eine normale DC Zwischenkreisspannung, also nicht symmetrisch. Die Symmetrie wird "künstlich" erzeugt. Statt einen (oder mehrere parallel geschalte) Elko nimmt man zwei in Reihe geschaltete Elkos. Der Mittelpunkt der Elkos ist dann der (künstliche) Nulleiter. Da der Strom nun über den Mittelpunkt der Elkos fliesst, muss die Kapazität entsprechent groß sein, um bei 50 Hz genügend Leistung übertragen zu können....

Grüße
Jürgen
PS: noch ne Frage; kennt jemand den "locked"? Er reagiert nicht, sein Postfach ist wohl voll... ich würde gerne Kontakt aufnehmen.