Roboter können Saft holen, Staub saugen und mit dem Schwanz wedeln. Nun sollen sie sich noch mit Haushaltsgeräten vernetzen.
Langsam, fast behutsam, nähert sich die rollende Maschine der alten Dame auf dem Sofa. Dann blicken sich Mensch und Roboter in die Augen. "Care-O-Bot, bitte hole einen Orangensaft", sagt die Seniorin laut und deutlich. "Ich überprüfe den Saftvorrat", ertönt die Antwort aus dem blaugrauen Kunststoffgehäuse, das mit einem kopfartigen Aufsatz versehen ist. "Orangensaft nicht vorhanden, bitte wählen Sie ein anderes Getränk." Die Dame auf dem Sofa nimmt einen flachen Bildschirm in die Hand, auf dem mehrere Getränkeflaschen abgebildet sind. Sie berührt mit dem Finger ein Bild von einer Apfelsaftflasche - und hat diesmal Glück. "Ich fahre jetzt in die Küche", sagt der maschinelle Kellner und rollt im Zeitlupentempo davon.

Care-O-Bot ist eine erstaunlich geschickte Maschine. In der Küche öffnet der Roboter den Kühlschrank, entnimmt mit stählernem Arm und Zangengriff eine Saftpackung, greift mit äußerster Vorsicht nach einem Glas und bringt beides der Frau auf dem Sofa. Der Prototyp eines späteren Pflegeroboters aus dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart ist zudem flexibel. Gerade erst ist er in eine neue Umgebung eingezogen, die voller Elektronik steckt: das so genannte intelligente Haus ("inHaus") im Innovationszentrum des Duisburger Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS). Und offenbar kommt der rollende Roboter mit dem neuen Ambiente klar - umfährt Hindernisse und findet, was er sucht.

"Ein Assistent, kein Pfleger"

Die Forscher wollen in Duisburg testen, wie gut sich die rollende Maschine mit der übrigen Elektronik im intelligenten Haus vernetzen lässt. Angesichts der alternden Gesellschaft und des zunehmenden Pflegenotstands sollen solche Automaten vor allem älteren und kranken Menschen im Haushalt helfen. "Das ist ein Roboter, der Menschen unterstützen soll", sagt Birgit Graf, Projektleiterin beim IPA. Mit klaren Grenzen bei seinen Kompetenzen: "Er ist ein Assistent, kein Pfleger."

Das Einsatzgebiet der kellnernden Maschine soll allerdings weit über den Pflegebereich hinausreichen. So könnten auch viel beschäftigte Singles oder gestresste Eltern Gefallen an dem Automaten mit der Computerstimme finden. Um auszuprobieren, inwieweit sich der Roboter mit anderer intelligenter Haustechnik vernetzen lässt, wollen die Stuttgarter Wissenschaftler nun öfters mit Care-O-Bot nach Duisburg fahren.

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Quelle:
http://www.ftd.de/pw/de/1077345914832.html?nv=skyx