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Thema: Review: 3D-Drucker Prusa I3 Klon aus China

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von Andree-HB
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    Review: 3D-Drucker Prusa I3 Klon aus China

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    Review: 3D-Drucker Prusa I3 Klon aus China

    Ich habe mir kürzlich einen "Zweit-Drucker" zugelegt, zum Einen wollte ich mal die Qualität eines Chinabausatzes testen, zum Anderen wollte ich ein einfach zu transportierendes Gerät haben, welches ich auch mal an Bekannte verleihen kann.

    Über einen Newsletter bin ich bei einer chinesischen Verkaufsplattform gelandet und habe mir dann dort einen "Prusa I3"-Klon geordert:

    http://www.gearbest.com/3d-printers-3d-printer-kits/pp_337314.html

    http://www.pixelklecks.de/pictures/prusa_i3.jpg

    Mitte Juni bestellt, Anfang Juli per DHL bekommen, musste auch keinen Zoll oder Steuern bezahlen (man kann aber auch Pech haben), daher "seinerzeit" etwa 165,- Euro bezahlt.


    Das Paket kam gut verpackt an, die Teile gut sortiert und wenn nötig beschriftet. Die gelaserten Acrylteile sind mit einer Schutzpapierschicht versehen (sollte man evtl dran lassen, da sie Staubmagneten sind), es gibt 4 Druckteile in mäßiger Qualität. Die Rillenkugellager und Spindelmuttern für die Z-Führungen sind schon verbaut.


    Mit den recht guten Videoanleitungen ist der Bausatz in etwa 3-4 Stunden problemlos zusammenzubauen, die Konfiguration/Einrichtung dauert nocheinmal so 1-2 Stunden. Elektrische Verkabelung ist durch Aufkleber kein Problem.


    Bei mir lief zuerst das Display nicht, zeigte keinen Text an, lediglich Beleuchtung und Tasterabfrage funktionierte. Nach dem inkopetenten Support von Anet3D (im Gegensatz zu deren Videodreher "Jim") habe ich dann selber geforscht und habe 5 (!) Kontaktstellen auf der separaten Displayplatinen herausgefunden, die keinen Kontakt zum verbindenden Stecker/Kabel hatten. Nachdem ich diese neu gezogen habe lief dann aber Alles:

    http://www.pixelklecks.de/pictures/prusa_i3_lcd.JPG


    Vorteile:


    • extrem günstig (aktuell für ~150€)
    • Bauanleitung per Video ist gut
    • Extruderkonstruktion okay
    • recht gute Heizplatte mit integrierter Aluplatte
    • einfacher Filamenthalter ist dabei
    • Druckdüsen sehr günstig
    • per micro-sd & Menü auch autark betreibbar
    • per Raspberry Pi auch über Netzwerk (und mit Webcam) betreibbar
    • ABS/PLA (und weitere) druckbar
    • keine Lötarbeiten notwendig, Alles ist steckbar/schraubbar
    • Werkzeug ist dabei (Schraubendreher, Sechskantschlüssel, Maulschlüssel)
    • Druckergebnisse sind "out of the box" schon echt okay
    • ausreichendes Druckfeld (Standard 220x220mm)
    • über USB und Repetier, Pronterface, usw. betreibbar
    • transportabel



    Nachteile:


    • keine obere Führung der Z-Spindeln
    • Maßhaltigkeit der Acrylteile mäßig
    • Qualität der mitgelieferten Druckteile mäßig
    • Endschalter für Z schlecht konstruiert und sehr hakelig einstellbar
    • keine Standardplatine mit nicht wechselbaren Steppertreibern
    • Menü sehr hakelig
    • sehr billige Rillenkugellager (habe ich alle gegen Kunststoffgleitlager von Igus getauscht)
    • durch billige Lüfter recht laut
    • keine seperaten Pins für serielle Verbindung herausgeführt, daher nicht so einfach per Bluetoothmodul betreibbar
    • man druckt/schrabbelt direkt auf der Heizplatte, daher evtl. Glasplatte spendieren
    • Displayplatine hat Qualitätsprobleme



    Neutral:


    • nur mit 1,75mm Filament betreibbar (ich habe ansonsten Alles auf 4mm für mein "green monster")
    • Düsenbelüftung sollte gleich gegen eine Ringbelüftung getauscht werden, steigert die Druckqualität
    • Steppertreiber sollten aktiv gekühlt werden



    Nicht nur vom Preis her ein echter Schnapper - wenn man sich den Zusammenbau zutraut, dann hat man für extrem schmales Geld einen eigenen, ausgereiften 3D-Drucker zuhause stehen.
    Geändert von Andree-HB (18.08.2016 um 09:27 Uhr)
    Danke an Alle, die uns bei der erfolgreichen 1.000€-Aktion der IngDiba unterstützt haben! | https://www.hackerspace-bremen.de | http://www.pixelklecks.de |

  2. #2
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    druckqualität?
    das leben ist hart, aber wir müssen da durch.

  3. #3
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    druckqualität?
    Nachteile: Qualität der Druckteile mäßig
    Irgendwie scheint es aber doch disskussionwürdig zu sein, wie mäßig ist es denn?

  4. #4
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    nein, ich muß brille putzen
    das leben ist hart, aber wir müssen da durch.

  5. #5
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    ...die Einstufung der Druckteile bezog sich auf die mitgelieferten Teile aus dem Reich der Mitte.
    Das eigene Druckergebnis aus dem dann fertigen Gerät ist besser, wollte mich nach meinen Mühen des Textes aber nicht auf eine einwortige Frage einlassen.



    http://www.pixelklecks.de/pictures/p...3_print_01.jpg


    http://www.pixelklecks.de/pictures/p...3_print_03.jpg
    Geändert von Andree-HB (17.08.2016 um 21:04 Uhr)
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  6. #6
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    Es ist schon eine ausführliche Beschreibung, die dann wie oft kaum gewürdigt wird.
    Es ist aber schon interessant zu welchem Preis man in diese Technik einsteigen kann.
    Die dargestellten Teile sich sicher grob aber vielleicht durchaus noch angemessen für den Zweck für den sie bestimmt sind.
    die Einstufung der Druckteile bezog sich auf die mitgelieferten Teile aus dem Reich der Mitte.
    Das eigene Druckergebnis aus dem dann fertigen Gerät ist besser,
    Originell wäre es ja, wenn man die schlecht ausgeführten Teile durch Nachdruck mit dieser Maschine verbessern kann.
    Dann ist es eine Maschine die nicht nur vor Ort selbst zusammengebaut wird sondern die sich auch selbst vervollständigt und verbessert.

  7. #7
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    ...das gezeigte Teil ist schon ein damit gedrucktes Teil mit einer recht guten Qualität.

    Die im ersten Link/Bild gezeigten weißen Teile sind aus China mitgeliefert:
    http://www.pixelklecks.de/pictures/prusa_i3.jpg

    ...die man jetzt im eingebauten Zustand leider nur noch von aussen fotografieren könnte - aber gerade der dortige innere Aufbau mit Überhängen und Durchbrüchen zeigen dem geübten Kennerblick ganz schnell die Grenzen/Qualitätsmerkmale eines Druckers auf.

    Ich kann mittlerweile bei bei bestimmt 80% Druckteilen sofort erkennen, wo es bei dem erzeugenden Gerät "hapert" (Mechanik, Konfguration, Temperatur, Filament, Vorschub, usw.)
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  8. #8
    Erfahrener Benutzer Roboter-Spezialist Avatar von Thoralf
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    ich hab den auch gekauft aber als Fertigteil, da ich von nichtfunktionierenden Baugrupen u.ä. gelesen habe. Inwieweit das zutrifft, kann ich nicht sagen. Aber ich war auch zufrieden nach dem Auspacken der Gantry, des Tisches und Steuerteils. Schnell zusammengeschraubt und den Tisch justiert. Das ging ganz gut da die Version 2 auf vielfachen Kundenwusch eine Reihe von Verbesserungen aufweist.
    Ich habe Teile aus Thingiverse mal in feiner Qualität gedruckt und war überrascht. Durch die Layerdicke von 0,1 mm sah alles ziemlich gut aus (für den Billigdrucker).
    Aber zu beachten: Qualität vs Druckzeit
    Z.B. braucht man für ein Fingergleid einer Roboterhand ca. 2h in feiner Ausführung.

    Ein großes Problem stellt, wie bei diseen Druckern üblich, die Adhäsion dar. Es war zwar eine aufklebbare Matte mitgeliefert aber irgendwann hielt nix mehr. Foren gewälzt und festgestellt, dass viele Tipps, die mir alle null gebracht haben, anscheinend alle voneinander abgeschrieben waren.
    Ich hatte auch keine Lust mir einen haufen zeugs zu kaufen um dann festzustellen, dass es nichts nützt. Ich will auch keinen Haarspray, der immer empfohlen wird, in meinem Drucker sehen. Wie kriege ich denn den je wieder sauber, falls mal welcher in die Lager gerät? Usw.

    Die gescheiteste Lösung war, den Drucktisch leicht aufzurauen (mit Glasfaserstift) und vor JEDEM Druck mit Spiritus abzuwischen.
    Wenn man dann teile mit geringer Haftfläche druckt, alles mit Raft drucken. das vergeudet zwar etwas Material aber wenn ich einen verauten Druck wegschmeisen muss, wirds teurer.

    Die richtigen Druckparameter zu finden, war etwas zeitraubend aber dann sind die Teile auch verwendbar.
    Dazu ist eine Drucksoftware, die den Drucker direkt über USB ansteuert, zu empfehlen. Ich nutze mattercontrol und kann damit während des Drucks z.B. die Temperaturen des Heizbeds oder Extruders ändern. Zum Spielen mit den Einstellungen erleichtert die die oder eine ähnliche Software das Leben deutlich.

    Zum eigentlichen Drucken nehm ich aber den Weg über die SD-karte, da mein Computer ein zwei mal während eines langen Drucks abgestürzt ist und das teil ruiniert hat.

    Das sind ein paar Erfahrungen von mir zu dem Gerät.
    Und weil der Drucker sich nun solche Mühe gibt, ordentlich zu arbeiten hat er auch ein feines Gehäuse mit blauen LED-Strips bekommen. Sieht richtig spacig aus

  9. #9
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    hier mal ein paar Beispiele eines Fingers in einer Layerdicke 0,2mm (aus Druckzeitgründen etwas gröber)
    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

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