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Thema: Wig vs Elektroden schweißen

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Fleißiges Mitglied
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    Wig vs Elektroden schweißen

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    Hallo,

    ich möchte endlich mit Schweißen anfangen. Erfahrungen habe ich bereits mit Autogenes Schweißen auch wenn noch nicht mit soviel Übung darin.

    Ich brauche fürs Zuhause ein Schweißgerät welches normal aus der Steckdose geht.

    Ich muss mich zwischen Elektroden und WIG entscheiden.

    Verstehe ich die Vorteile so richtig:
    - Elektroden braucht nur eine Hand, so dass ich das zu schweißende Werkstück in der Hand halten kann
    - WIG braucht nachteilig zwei Hände, dafür gibt es Kombigeräte mit Plasmaschneider, die es bei Elektroden nicht gibt
    ?

    Bis zu wieviel mm Dicke Blech und Vierkantrohre aus Alu oder Edelstahl kann ich mit damit schweißen ? Aus 230V können nur bis zu 16A so weit ich weiss ? Faustformel habe ich irgendwo gelesen 1mm pro 40A, heisst das es geht nur maximal 0,4mm Blechdicke ??

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von i_make_it
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    Zwichen Lichtbogenhandschweißen (E-Schweißen) und WIG (TiG) Schweißen gibt es noch ein paar mehr Unterschiede.

    WIG Ist wie das IG im Namen schon sagt ein Schutzgas Schweißen mit inertem Gas.
    Man braucht also auch noch das Gas und die Gasamatur.
    Mit WIG kann man (wenn man es kann)sehr fein Schweißen und nahezu jedes schweißbare Metall.
    Als Zusatzwerkstoff kann man passende Stücke des Orginalwerkstoffs nehmen, so das dort das Risiko von Spannungsrissen durch falsche Elektrodenwahl minimiert wird.
    beim E-Schweißen braucht man nur das Schweißgerät und die Elektroden.
    Allerdings Elektrodenwerkstoff, Elekrodendurchmesser und Umhüllung müssen auf den Grundwerkstoff und die Schweißlage angepasst sein (nicht immer kann man in Wannenlage schweißen).
    Beim E-Schweißen kann man einfacher große Querschnitte in mehreren Lagen verschweißen.

    Zwichen E-Schweißen und WIG gibts dann noch MIG und MAG (umgangssprachlich Schutzgasschweißen)
    Und mittlerweile auch für sehr feine Arbeiten halbstationäre Laser (noch horrend teuer).
    Jedes System hat seine Vorteile und seine Nachteile und bestimmte Einsatzgebiete wo es anderen überlegen ist.

    E-Schweißen und WIG habe ich noch nie als alternativen sondern eher als Ergänzend betrachtet.
    Wobei WIG für mich eher eine Art Autogenschweißen mit Lichtbogen statt Flamme darstellt.

    Die Option bei einigen Geräten diese auch als Plasmacut einzusetzen ist natürlich auch ein Pluspunkt wenn man zum Beispiel viel im Karosseriebereich mit Dünnblechen arbeitet.
    Bei Palsma Cuttern, muß man aber auch darauf achten ob da ein integrierter Kompressor vorhanden ist oder ob man eine externe Pressluftversorgung braucht.
    Die kleinen WIG Geräte die man auch als Plasma Cutter nehmen kann, haben meist nichts integriert (deshalb auch der vergleichsweise günstige Preis).
    Da braucht man halt Kaufgasflasche, Amatur, Schlauch und als Cutter noch einen Kompressor als Zusatzkomponenten.
    IM KFZ Bereich wird zum Schweißen dann aber sehr oft MIG zum heften genommen, da man da auch mit einer Hand die Pistole führen kann und mit der anderen das Einschweißblech halten kann.


    Zur Schweißleistung wirft man mal einen Blick ins Hanbuch einens Gerätes (RTFM).
    http://www.gys-schweissen.com/prod-0...ubeh%C3%B6r/de

    http://www.gys-schweissen.com/pdf/manual/de/011427.pdf
    Dort sieht man dann auf Seite 20, oben das 10-130A für 0,5-5,0mm gut sind.
    Das ist bei einem anderen Modell von einem anderen Hersteller dann ähnlich.

    Bei unter 0,5mm kann man dann auch mal schnell Löcher reinbrennen.
    Geändert von i_make_it (26.05.2016 um 10:27 Uhr)

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von wkrug
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    Ich seh das auch so wie i_make_it.
    Es gibt auch brauchbare Elektroden / WiG Kombigeräte.
    Ich hab meines von Stahlwerk - Schweissgeräte.
    Zusätzlich ist noch zu sagen, das bei WiG mehr zug auf's Material kommt, weil die Schweissnaht schneller abkühlt als bei Elektroden.
    Nachteilig beim Elektroden Schweissen ist auch, das dort Schweissfunken abspritzen die sich rund um die Schweisstelle anlagern - Schau halt optisch nicht gut aus.
    Mit einem Wechselspannungs WiG Gerät ist auch Aluminium schweissbar - Das geht mit Gleichstrom nicht!

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    .. Elektroden braucht nur eine Hand, so dass ich das zu schweißende Werkstück in der Hand halten kann ..
    Zur perfekten Beschreibung von i_make_it ne kleine Ergänzung. WEnn ich Dein Einhandexperiment richtig verstehe dann liegt ein Werkstück irgendwo fest auf und Du hältst das zweite irgendwie dran. Irgendwie - weil es schon etwas Feinmotorik braucht um die Elektrode da zu zünden wo man sie braucht; da verschiebt sich leicht etwas und hinterher gibt das schnell Schrott. Bei dick ummantelten Elektroden kann das Zünden schon in einem ungeduldigen Klopfen ausarten. Selbst Profis (ich bin mehr der Brater) bemühen sich um eine ordentliche Fixierung VOR dem Schweißvorgang und das bei allen Methoden.

    Mantelelektroden haben einen wenig bekannten Vorteil: mit nem dicken Mantel kann man einfache Kehlnähte selbst bei völliger (Auto-)Fahruntüchtigkeit sehr gut hinlegen . . .

    Ein Nachteil der Mantelelektroden kann sein, dass ein gewisses "Spritzen" eintitt (werkstoffabhängig). Dabei fliegen winzige bis erkennbare Schmelzetröpfchen herum. Damit wird die Nahtumgebung verschandelt - und ungeschütze Hände leicht beschädigt. (Sorry, das hatte wkrug schon geschrieben).
    Geändert von oberallgeier (26.05.2016 um 10:08 Uhr)
    Ciao sagt der JoeamBerg

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Fleißiges Mitglied
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    Zitat Zitat von wkrug Beitrag anzeigen
    Ich seh das auch so wie i_make_it.
    Es gibt auch brauchbare Elektroden / WiG Kombigeräte.
    Ich hab meines von Stahlwerk - Schweissgeräte.
    Zusätzlich ist noch zu sagen, das bei WiG mehr zug auf's Material kommt, weil die Schweissnaht schneller abkühlt als bei Elektroden.
    Nachteilig beim Elektroden Schweissen ist auch, das dort Schweissfunken abspritzen die sich rund um die Schweisstelle anlagern - Schau halt optisch nicht gut aus.
    Mit einem Wechselspannungs WiG Gerät ist auch Aluminium schweissbar - Das geht mit Gleichstrom nicht!
    Von Stahlwerk hab ich grad überlegt. Welches Modell hast du denn?

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von wkrug
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    Ich hab das Stahlwerk DC WIG 200 Puls - Das geht für fast alles, ausser ALU.

    Noch was - Für das fixieren von magnetisierbaren Materialien eignen sich Schweissmagnete sehr gut.
    Händisch wird das meistens nix.
    Nach dem Heften aber gleich entfernen, weil damit ein sog. Magnetischer Blaseffekt entsteht, der den Schweissfunken ablenkt ( gerade bei Gleichstromgeräten ).

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Fleißiges Mitglied
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    Im Videos und auch bei der Werkstatt ist es mir aufgefallen dass WIG-Schweißen kaum Geräusche macht. Kann das sein? E-Schweißen scheint laut zu sein. Wäre auch ein Faktor wegen den Nachbarn.

    Danke für die ausführlichen Tipps. Ich glaube ich tendiere eher zum WIG erstmal, weil es ja noch ALU schweißen erlaubt, allerdings kostet es dann scheinbar mehr als ohne AC und das Gehäuse wäre größer. Kleiner wäre für mich praktischer von der Komfort her.
    Geändert von forgoden (27.05.2016 um 02:41 Uhr)

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von wkrug
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    WIG-Schweißen kaum Geräusche macht
    Ist bei Gleichstrom aus so.
    Das aussrömende Gas ist schon fast das lauteste Geräusch.
    Wechselstrom ist da wesenlich lauter.

    Beim Schweissen musst du bei WiG aber schon aufpassen, das Du mit der WiG Nadel nicht in das Schweissbad eintauchst.
    Denn damit verunreinigst Du die Schweissnaht und ausserden darfst Du dann gleich die Nadel nachschleifen.

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