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Thema: Windenergie gegen atomare Verschmutzung

  1. #1
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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    Windenergie gegen atomare Verschmutzung

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    Ganz allgemein liegt das im Trend und klingt vertraut und vernünftig.
    In der aktuellen Situation mit den Problemen an Kraftwerk Fukushima ergibt sich aber die Gefahr, dass eine mögliche radioaktive Verschmutzung über die Luft nicht nur auf den Ozean sondern bei selteneren Wetterlagen auch in Richtung Tokio geweht werden kann.

    Zufällig liegt 85 km neben dem Kraftwerk Fukushima der größte Windpark Japans Nunobiki mit einer Leistung von 66MW. Beide Einrichtungen liegen 200km nördlich von Tokio.
    Könnte es Sinn machen bei den relativ leichten natürlichen Luftbewegungen, die zur Zeit vorliegen den Windpark einzusetzen um die Bedrohung für Tokio und allgemein für die Orte auf dem Festland zu vermindern?

    Welches Windprofil kann man mit 66MW (im Rückwärtsgang) erreichen?
    Sind die 85km doch etwas zu weit entfernt?

  2. #2
    Administrator Robotik Einstein Avatar von Frank
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    Interesante Idee, du solltest dies dort anregen. Die Frage ist nur ob Windräder überhaupt einen Rückwärtsgang haben und ob die Mechanik/Getriebe das erlaubt.
    Mit bestem Gruß
    Frank

    Admin Roboternetz.de - RN-Wissen.de - Elektronik-Blog

  3. #3
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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    Die Orte wollte ich noch angeben damit man sich einen Eindruck von der Umgebung verschaffen kann:

    37°19’00.00N 141°01’35.00E



    37°20’00.00N 140°03’00.00E


  4. #4
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Könnte es Sinn machen bei den relativ leichten natürlichen Luftbewegungen, die zur Zeit vorliegen den Windpark einzusetzen um die Bedrohung für Tokio und allgemein für die Orte auf dem Festland zu vermindern?
    Das läßt sich mit einfacher Lehrbuchphysik schlecht sagen, es gibt viele Unklarheiten aus der Strömumgsmechanik. Vielleicht hilft es ja, wenn man sich den Energieinhalt bewegter Luft einmal ansieht.
    Man kann den optimistisch erscheinenden Fall anehmen, dass ein Luftstrom von 10 km Breite, 1 km Höhe und 85 km Länge erzeugt werden könnte. Die Luftströmung soll (im geometrischen Mittel) 20 km/h betragen. Wie hoch ist die kinetische Energie dieses Luftstroms?
    Volumen der Luftmasse: V = 10*103 * 1*103 * 85*103 = 8,5*1011 m3
    Mit einer Dichte von 1,3 kg/m3 ergibt sich eine Masse von 1,1*1012 kg
    Es errechnet sich die kinetische Energie von E = m/2*v2 = 1,1*1012/2*5,552 = 1,7*1013 Ws
    Um diese Energie innerhalb einer Stunde in die Luft zu bringen, bräuchte man demnach knapp 5 GW Leistung (wenn ich mich mit den vielen Zehnerpotenzen nicht um die ein oder andere vertan habe - hat eigentlich schon jemand herausgefunden, wie man Potenzen hier lesbar schreibt, die übliche Kombination ALT + ° scheint nicht zu funktionieren, auch im Codefenster nicht).
    In der Praxis wären allfällige Verluste noch zu berücksichtigen. Es scheint also keine unmittelbare Option zu sein. Die Option ist eher eine zukünftige, die Überschlagsrechnung zeigt, wie viel Energie schon aus einer räumlich begrenzten und schwachen Luftströmung zu ernten wäre, wenn man das ernsthaft angehen will.

  5. #5
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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    Vielen Dank für den Ansatz. Ein reibungsfreier Tunnel mit störungsfreier Ankopplung an den Enden an die breite Umgebung mit stillstehender Luft.

    In dem Modell mit 10^12kg und 20km/h wären die 85km Luftsäule aber nur alle 4 h auf die Geschwindigkeit zu bringen womit man eher bei 1,2 GW wäre. Mit 1/20 der Leistung käme man nur auf ¼ der Geschwindigkeit also um 4-5km/h.

    Ganz stark wird der Effekt nicht sein, aber man erhält einen Eindruck von den Dimensionen.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Schon mitbekommen? Bei Conrad sind die knapp 300€ teuren Geigerzähler ausverkauft!
    Was wollen die Leute (hier) damit? Bis hier etwas ankommt ist das derart ausgedünnt das
    ein Billig Geigerzähler wahrscheinlich nichts mehr anzeigen kann. Wenn doch hat man ein Problem,
    wohin soll man weglaufen? Vom Körper aufgenommenes Cäsium oder Jod kann damit eh nicht gemessen werden, da die Stralen nur ca. 1,5 cm reichen.

    Gruß Richard

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Lebende Robotik Legende Avatar von PICture
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    Hallo!

    So weit ich mir noch erinnern kann, haben die, die das noch lesen können, schon Chernobyl (vor 25 Jahren) ohne Geigerzähler überlebt, oder ?

    Hoffentlich werden in Apotheken nicht alle rezeptfreie Herzschrittmacher ausverkauft.
    Geändert von PICture (16.03.2011 um 23:03 Uhr)
    MfG (Mit feinem Grübeln) Wir unterstützen dich bei deinen Projekten, aber wir entwickeln sie nicht für dich. (radbruch) "Irgendwas" geht "irgendwie" immer...(Rabenauge) Machs - und berichte.(oberallgeier) Man weißt wie, aber nie warum. Gut zu wissen, was man nicht weiß. Zuerst messen, danach fragen. Was heute geht, wurde gestern gebastelt. http://www.youtube.com/watch?v=qOAnVO3y2u8 Danke!

  8. #8
    Benutzer Stammmitglied Avatar von funk3r
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    Die Jodtabletten sind auch der letzte Schrei
    Vor 25 Jahren war ich noch etwas zu jung, aber wenn ich meinen Eltern glauben darf, dann sind die damals noch draußen spazieren gewesen ...
    Ich verstehe die Panikmache hier in Deutschland nicht, was sind das für Menschen die sich Geigerzähler und Tabletten kaufen?
    Übrigens sind die Wildschweine hier bei uns in Süddeutschland noch verstahlter, als das was von Japan jemals zu uns kommen kann ...

    Zitat Zitat von PICture Beitrag anzeigen
    So weit ich mir noch erinnern kann, haben die, die das noch lesen können, schon Chernobyl (vor 25 Jahren) ohne Geigerzähler überlebt, oder ?
    Wenn ich mir die heutige Gesellschaft (Ich meine die Tablettenkäufer) so angucke frage ich mich ob nicht doch was von den Strahlen hängen geblieben ist

    Ach ja, noch ne Frage dazu, weils mich gerade interessiert und vor meiner Zeit war:
    Als im kalten Krieg die ganzen Atombombentests liefen, war da die Atmosphäre nicht viel verstrahlter?
    Ich meine die haben ja damals ganze Inseln weggesprengt und keinen hats interessiert ...
    Oder ist das mit so einem Kraftwerksunglück nicht zu vergleichen?
    Grüßle Jo
    ______________
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    Mein Blog: funk3r.de

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Vor 25 Jahren war ich noch etwas zu jung, aber wenn ich meinen Eltern glauben darf, dann sind die damals noch draußen spazieren gewesen ...
    Das lag daran, dass man noch gar nicht wusste, was passiert war. Eine Überwachungsstation in Schweden hatte schon erhöhte Strahlungswerte gemessen aber die Information über das Unglück war nicht schneller als die Falloutpartikel. Damals gab es noch kein www und der eiserne Vorhang war ziemlich informationsdicht.

    Ach ja, noch ne Frage dazu, weils mich gerade interessiert und vor meiner Zeit war:
    Als im kalten Krieg die ganzen Atombombentests liefen, war da die Atmosphäre nicht viel verstrahlter?
    Diese Tatsache hat die Supermächte schon in den 1960er Jahren dazu gebracht, die Versuche nur noch unterirdisch zu machen. Ein anderer Grund war wohl, dass man die eigenen Versuche möglichst vor dem Gegner verbergen wollte. Allerdings hatte man die oberirdischen Versuche immer in abgelegenen Gegenden gemacht (vornehmlich Südseeatolle), so dass sich die Partikel ziemlich verdünnt haben. Die Insulaner wurden natürlich nicht gefragt (aber wenigstens vorher umgesiedelt).

  10. #10
    Moderator Robotik Einstein Avatar von HannoHupmann
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    Meine Eltern haben wärend Tschernobil auch einen Geigerzähler gehabt (ausgeliehen) um die Radioaktivität in der Wohnung zu messen. Dabei ist dann heraus gekommen, dass unser Keller höher kontaminiert ist als unsere Wohnung . Auf der Seite des BFS gibt es eine Übersichtskarte der Messstationen in Deutschland und deren Werte, denen trau ich zu viel verlässlicher zu messen als jeder Hausmann.

    Und Atomkatastrohpe ist nicht gleich Atomkatastrohpe - in dem Punkt haben die Medien schon recht, dass Fukushima und Russland nicht zu vergleichen ist. Abgesehen davon gab es noch weit mehr gravierende strahlen Unfälle (die kann man z.B. bei Wikipedia nachlesen) die waren nur nicht in den Medien und sind daher weniger bekannt. Die Gefahr für Deutschland direkt ist also eher gering einzustufen, aber durch die Globalisierung landet alles irgendwann auch bei uns. Kontaminiertes Meerwasser ist ja nun auch nicht unbedingt hilfreich für die Umwelt.

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