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Thema: Roboter selber über "Gehirnschnittstelle" gesteuer

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von Andree-HB
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    Roboter selber über "Gehirnschnittstelle" gesteuer

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    Hallo Kollegen,
    ich wollte mal kurz über einen Testversuch berichten, an dem Gestern meine Freundin und ich an der Bremer Uni teilgenommen haben.

    Ziel war es, eine kleine Robotermaus "Kraft seiner Gedanken" durch ein Labyrinth zu steuern...

    Nun gut, ganz so war es nicht - denn es gibt eine recht simple Methode, Nerven im Gehirn zu reizen um dies dann auszuwerten und weiterzuverarbeiten.

    Versuchsaufbau :
    Man wurde am (Hinter)Kopf mit 8 Elektroden verkabelt. Der Bereich im Gehirn, der dort "abgegriffen" wird, ist zuständig für die Verarbeitung der visuellen Reize.

    Vor einem ist ein kleines Sperrholzlabyrinth (ca. 1qm), in dem ein funkgesteuerter Rollrobter fährt und in ein Ziel gelenkt werden soll. An der Frontseite sind vier Lichtflächen befestigt, die für die Steuerung des Roboters zuständig sind : rechts/links, vor/zurück. Diese Lichtflächen werden permanent mit einer jeweils unterschiedlichen Frequenz angesteuert.

    Nun der Clou - Sieht man auf eine entsprechende Fläche, so wird der visuelle Reiz in einen Nervenimpuls im Gehirn in der gleiche Frequenz erzeugt, der wiederum aufbereitet wird und an den Roboter gegeben wird. Dieser wird allerdings nur impulsartig in einen bestimmten Weg gelenkt oder gedreht, sprich - man schaut auf Lämpchen "links", dann dreht der Robby 90° nach links, schaut man auf "geradeaus", dann fährt er einer Linie entlang bis zur nächsten Gabelung und wartet dann dort auf einen neuen Impuls.

    Bild :


    Die Frequenzen liegen im Bereich von 10-20 Herz. In dem Bereich konnte ich den Robby sehr gut und genau steuern. Frequenzen darüber haben (nicht nur bei mir) erhebliche "Fehlfahrten" verursacht.

    Laut Versuchsleiter sind diese Vorgänge im Gehirn so derart grundlegend (wie z.B. atmen), dass sie auch nicht durch andere Reize gestört werden. Man muss sich also nicht besonders auf die Steuerung konzentrieren, kann dabei auch sprechen...reagiert also nicht auf Geräusche oder so.

    Die Studio zielt übrigens auf Patienten ab, zu denen ähnlich einem Wachkomapatient keinerlei Kommunikation gegeben ist, also noch nicht mal durch Augenzinkern oder so. Es gibt eine diesbezügliche Krankheit, deren name ich leider vergessen habe. Diese Patienten nehmen Alles um sich herum klar wahr, können aber halt nicht darauf reagieren.

    ...man versucht also, evtl. durch das Abgreifen bestimmter Sinneszellen un deren "Übersetzung" eine Kommunikation zu ermöglichen.

    Sehr spannend, interessant und Gestern auch sehr "lustig", trotz des ernsten Hintergrundes.


    Wer übrigens Interesse hat - sie suchen noch etliche Probanden !
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  2. #2
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Sehr spannend!

    Sowas ähnliches habe ich auch schon überlegt - eigentlich ist es ja recht einfach die Gehirnwellen abzuleiten, man muss nur wissen wo

  3. #3
    Moderator Robotik Einstein Avatar von Kampi
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    Das Ableiten ist sicher noch der einfache Teil. Aber sie vernünftig zu interpretieren ist der schwere Teil.
    Aber ansonsten hört sich das richtig interessant an. Das wäre ja was wenn in 50 Jahren oder so die Autos nur noch über Gedanken gesteuert werden würden

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von Andree-HB
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    Ich denke mal, dass es zwei wirklich grundlegend verschiedene Arbeitsweisen sind, Gedanken zu interpretieren oder einfach nur die Reaktionen klar definierter Reize zu verarbeiten..

    ...aber innerhalb 50 Jahren werden sicherlich bahnbrechende Erkentnisse in diesen Bereichen gesammelt werden. Da lacht man irgendwann über die Methoden und Probleme von Heute.
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  5. #5
    Moderator Robotik Einstein Avatar von Kampi
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    Zitat Zitat von Andree-HB
    ...aber innerhalb 50 Jahren werden sicherlich bahnbrechende Erkentnisse in diesen Bereichen gesammelt werden. Da lacht man irgendwann über die Methoden und Probleme von Heute.
    Ist bei der Computertechnik ja auch so. Vor 20 Jahren waren 1GB Festplatten modern und heutzutage haben selbst kleinste Speicherkarten 10GB oder mehr.
    Hab heute auch erst gelesen das die "normale" Prozessorarchitektur die mit 1 und 0 arbeitet auch wieder "alt" ist da es jetzt einen Prozessor gibt der mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung arbeitet.
    Die Fortschritte die in dem Bereich Computer täglich getroffen werden sind echt absolut genial. Da zählt auch diese "Gedankensteuerung" zu.
    Wobei ich da persönlich schon etwas Angst bekomme. Wenn man in der Lage ist die Gedanken richtig zu interpretieren, also nicht nur auf bestimmte Reize reagieren, dann wird man auch in der Lage sein die Gedanken einer Person lesen zu können.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von Andree-HB
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    dann wird man auch in der Lage sein die Gedanken einer Person lesen zu können
    - Google Brain View -
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  7. #7
    Moderator Robotik Einstein Avatar von Kampi
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    Das wäre mal was

  8. #8
    Eine sehr interessante Sache....!

    Und wie wo greift man die Gehirnwellen ab?
    michaelwuehr.de

    CNC - Bearbeitung
    3D - Druck
    Software

  9. #9
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    ich fände umgekehrt wärs viel besser, wenn man sich mal vorstelle irgentwann mit dem Gehirn im Internet zu surfen

    Hoffentlich brauch ich in zehn Jahren keinen Virenscanner für mein Gehirn!
    MfG Martinius

  10. #10
    Moderator Robotik Einstein Avatar von Kampi
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    Zitat Zitat von MichWuhr

    Und wie wo greift man die Gehirnwellen ab?
    Soweit ich weiß werden die doch von Elektroden auf der Kopfhaut "abgegriffen" oder irre ich mich da?

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