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Thema: Gehäuse für Joystick:welches Material zum selberverarbeiten?

  1. #1
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    Gehäuse für Joystick:welches Material zum selberverarbeiten?

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    Hey Leute!

    Wir wollen einen joystick bauen, Mechanik und Elektronik wären soweit machbar, Verwirrung stiftet wie man günstig ein ergonomisch gutes und stabiles Gehäuse für den Hebel baut.
    RapidPrototyping scheint eine Option zu sein, aber Teuer..

    Ich bin bei der Recherche auf Verbundwerkstoffe gekommen - es scheint auch eine möglichkeit zu sein. Aber welches sollte man dafür benutzen, das man selbst gut herstellen könnte, bzw lassen daraus sich so feine teile überhaupt bauen? Was gebe es noch für alternativen?


    Vielen dank im voraus und viele grüße,
    Mav

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von i_make_it
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    Wer Zugriff auf rapid Prototyping Equipment hat, kann natürlich auch damit was mache. Direktextrusion liefert thermoplastische Bauteile die nahezu gleiche Eigenschaften haben wie die Serienteile.
    Papierschichtmodelle dagegen haben nur die Geometrie, aber nur geringe Festigkeit, vor allem wenn sie Fechtigkeit ausgesetzt sind (Handschweiß).
    Dafür sind sie recht leicht.
    Mann kann auch ein Positiv Modell in untermaß fertigen und dann einn Oberfläche auflaminieren.


    Oder einfach einen Klumpen Knete oder Modelierton in die Hand nehmen und zugreifen.
    Dann die Flächen ausmodellieren, dünn mit Latex oder anderer dauerelastischer Abformmasse und Gibsbinden als Stüzform abformen und ein Gibsmodell gießen.
    Jetzt die mechanische Bearbeitung an diesem Urmodell abschließen und den Gibs mit dünnflüssigem Gießharz stabilisieren.
    Das Modell kann man sogar durchsägen und in den Halbschalen dann die Innenkontur des Hebels modellieren.

    Jetzt mit Latex oder Silikon wieder eine dauerelastische Negativform herstellen und darin kann man dann mit Epoxiknete, Fasermatten und Harz, Schaum oder was auch immer das eigentliche Werkstück herstellen. Und das dann auch in kleineren Serien.

    Ohne oder nur mit kleinen Hinterschneidungen, kann so eine Form gut 50 Teile aushalten. Bei besonderes geeigneter Teilegeometrie bis über 200.

    Das ist so das klassische Vorgehen im Modellbau.

  3. #3
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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    Das ist eine Aufbautechnik mit der es schneller geht, als den Plan dafür zu zeichnen. Dafür kann man bei einfachen Sachen auf den Plan verzichten und die Plättchen mit der Hand (Blechschrere) zuschneiden.


    http://www.roboternetz.de/phpBB2/viewtopic.php?t=10419

  4. #4
    Benutzer Stammmitglied
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    Wow, das war sehr detalliert, danke!

    Zitat Zitat von i_make_it
    Jetzt mit Latex oder Silikon wieder eine dauerelastische Negativform herstellen und darin kann man dann mit Epoxiknete, Fasermatten und Harz, Schaum oder was auch immer das eigentliche Werkstück herstellen. Und das dann auch in kleineren Serien.
    Was würdest du denn davon empfehlen, wenn man bedenkt dass das relativ dünnwändige gehäuse auch stabiel (mit der hand unbiegsam) sein muss und auch eventuell löcher für verschraubung und steuerelemente gebohrt werden müssen?

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie Avatar von BurningBen
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    Glasfasergewebe und Epoxidharz (+ Härter)

    Oder wenn du die Optik haben willst Kohlefasergewebe und Epoxidharz.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    Zitat Zitat von BurningBen
    ... Oder wenn du die Optik haben willst Kohlefasergewebe und Epoxidharz.
    Das sieht aber ohne glatte Negativform, wenns geht sogar mit Gelcoat, nicht so wirklich gut aus, oder?
    Ciao sagt der JoeamBerg

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von i_make_it
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    Für eine gute Optik ist immer eine perfekte Negativform notwendig.

    Im Modellbau wird meist ein sehr zähes Abformsilikon verwendet, das in der ersten Schicht gepinselt wird, um Luftblasen zu vermeiden, und dann entweder gegossen oder weiter gepinselt.
    danach kommt meist eine Stabilisierungsform, Entweder Holz oder Gips.
    Das Eigentliche Teil wird dann von Außen nach innen aufgebaut.
    Erst Transparentlack, dann Farblack, dann erste Harzschicht,dann feine Gewebematte und dann ggf. grobe Fasermatte.
    Innen wird dann noch mal Faserüberstände abgeschliffen und eine abschließender Harzschicht drauf. das verhindert, das Feuchtigkeit in die Fasern eindringen kann falls mal eine Faser nicht sauber getränkt ist.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie Avatar von Rabenauge
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    Zitat Zitat von oberallgeier
    Zitat Zitat von BurningBen
    ... Oder wenn du die Optik haben willst Kohlefasergewebe und Epoxidharz.
    Das sieht aber ohne glatte Negativform, wenns geht sogar mit Gelcoat, nicht so wirklich gut aus, oder?
    Doch, geht. Je nach Form und gewünschtem Material gibts verschiedene Möglichkeiten: wenn die Aussenschicht (Sichtcarbon z.B.) bleiben soll, hilft nur schleifen, schleifen, nochmals schleifen.
    Zwischendurch etliche Schichten Epoxydharz (das können durchaus zwanzig werden), und...schleifen.
    So werden beispielsweise im Modellbau Boote aus Holz (Sichtholz, wie z.B. Mahagoni) gefertigt: auf das glatt geschliffene Mahagoni kommt eine dünne Glasmatte, und dann je nach Erfordernis immer wieder dünne Harzschichten. Das Glas wird nahezu unsichtbar und das Harz besorgt die kratzfeste Oberfläche.

    Bei einfacheren Formen (Rohre, oder ähnlich) bietet sich z.B Abreissgewebe an, man kann auch mit Vakuumbags arbeiten (dafür genügen Mülltüten und Staubsauger), aber dort ist es fast immer erforderlich, zu schleifen.
    Kann man auch tun, man muss nur drauf achten, dass man die äussere Schicht Harz nie durchschleift (darum immer mehrere Harzschichten auftragen), und dann die Fasern beschädigt, _das_ sieht man dann meistens.


    Ich würde mir eine Positivform bauen (Gips, Balsaholz, je nachdem, was man mag, kann man auch kombinieren), die anständig versiegeln und dann darauf ein Laminat aufbauen. Im einfachsten Falle leidlich gut schleifen , füllern und lackieren. Mit ordentlichem 2K-Lack ist auch das kratzfest genug, und die Stabilität kann ich mir raussuchen, indem ich dicker oder dünner laminiere. Innenausbau ist dann auch recht einfach: ich kann innen mit Epoxydharz einkleben, was ich will.

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