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Thema: Makrolon vs. Hartpapier vs. X?

  1. #1
    Gast

    Makrolon vs. Hartpapier vs. X?

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    Hi zusammen,

    ich bin auf der Suche nach dem geeigneten Material für mein nächstes Projekt. Dabei habe ich Makrolon und Hartpapier bisher in die nähere Wahl genommen.

    Auf Grund der einfacheren Verarbeitung (Laubsäge und Co.) hatte bisher das 2mm-Hartpapier die Nase vorn. Nun habe ich aber gelesen, dass es (vor allem bei der Verarbeitung) ziemlich übel riechen und sogar Formaldehyd absondern soll... Ich weiß, dass hier schon einige mit Hartpapier gearbeitet haben, könnt ihr das bestätigen?

    Da die Teile, die ich aus dem Material fertigen will, alle recht klein sind, erschien mir Makrolon nicht ganz so geeignet, da dort ja eher die Stichsäge als die Laubsäge angesagt ist und man einiges mehr beachten muss. Zudem wird das ganze Ding nicht schwerer als 1 KG, da sollte Hartpapier doch reichen, oder?

    Was habt ihr für Erfahrungen mit den Materialien gemacht, oder gibt es gar nicht eine bessere Alternative (von Dibond hab ich hier auch schon oft gelesen, aber das ist ja noch schwieriger zu verarbeiten, oder?)

    Beste Grüße

  2. #2
    Neuer Benutzer Öfters hier
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    Da ist irgendetwas schiefgelaufen, jedenfalls wollte ich den Thread eigentlich nicht als Gast eröffnen!

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Nun habe ich aber gelesen, dass es (vor allem bei der Verarbeitung) ziemlich übel riechen und sogar Formaldehyd absondern soll... Ich weiß, dass hier schon einige mit Hartpapier gearbeitet haben, könnt ihr das bestätigen?
    Ja, Pertinax (Hartpapier) riecht typisch, eher unangenehm verbrannt beim Sägen. Es riecht aber nicht nach Formaldehyd, eher nach Phenol. (Formaldehyd riecht in geringen Konzentrationen eher frisch und angenehm, in stärkeren Konzentrationen stechend). Phenol ist zwar auch nicht gesundheitsfördernd, wenn man gelegentlich das Fenster aufmacht dürfte aber nichts dagegen stehen.
    Makrolon (Polycarbonat) ist auch nicht unproblematisch, thermische Zersetzung soll Bisphenol A freisetzen, ein Stoff der auch problematisch ist (aber möglicherweise nicht so intensiv riecht).
    Es erstaunt immer wieder, dass die Geruchswahrnehmung bei der intuitiven Einschätzung von Gefahrstoffen eine dominierende Rolle spielt. Man sollte sich klarmachen, dass das ein Erbe aus der Steinzeit ist. Es gibt sowohl stark giftige aber geruchlose, als auch stark riechende aber wenig gefährliche Stoffe. Letztere werden intuitiv als gefährlich wahrgenommen und gemieden, heimtückisch und gefährlich sind die ersteren.
    Bei deinem geplanten Vorhaben dürften die freigesetzten Schadstoffmengen (bei beiden Materialien) unkritisch sein.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    Zitat Zitat von ranke
    ... Phenol ist zwar auch nicht gesundheitsfördernd, wenn man gelegentlich das Fenster aufmacht dürfte aber nichts dagegen stehen ...
    Das ist ein sehr unpassendes Statement. Phenol in flüssiger Form zählt zu den übelsten Giften die wir haben. Bei Hautkontakt von wenigen Minuten mit flüssigem Phenol kann es durch die Haut hindurch zur Aufnahme von genügend Material kommen, dass man den Tod nach 2 Tagen nicht aufhalten kann. Die eintretende Leberzersetzung kann durch massiven Blutaustausch nicht immer aufgehalten werden. Das sind die maximal möglichen bzw. bekannten Schäden. Es gibt Chancen: der Mensch, der in einer Abfüllanlage komplett mit Phenol begossen wurde, lebt, weil er von den Kollegen sofort geduscht, ausgezogen, noch mehr geduscht und sehr schnell medizinisch versorgt wurde. Die Retter trugen z.T. Vollschutz.

    Bemerkenswert bei Phenol ist, dass die Nase schon unkritische Konzentrationen in der Luft deutlich und unangenehm erkennt. Dies gilt nur bis zu gewissen Konzentrationen und nicht für den Umgang mit flüssigem Phenol. Diese Eigenschaft ist beim phenolharzgebundenen Hartpapier deutlich zu erkennen.

    Sicherheitsdatenblatt Phenol !! bei Verwendung in kleinsten Mengen !! Dieses Datenblatt ist nicht allgemeingültig.

    Zitat Zitat von ranke
    ... Polycarbonat ... thermische Zersetzung soll Bisphenol A freisetzen ...
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass mit BPA versetztes PC eine thermische Zersetzung des Grundstoffes heil übersteht. Da dürften eher endokrin wirksame Spaltstoffe auftreten, die sicher noch übler sind - aber dazu fehlen mir Tatsachen. BPA zählt nach meiner Meinung zu den selbstverschuldeten Übeln der Menschheit, es wird dem PC u.a. deshalb zugesetzt, damit z.B. bei Handydisplays, aber auch bei Getränkeflaschen der glasartige schöne Glanz und ein guter Einfluss auf die Transluzenz erreicht werden.

    Sicherheitsdatenblatt BPA Dieses Datenblatt ist nicht allgemeingültig.
    Ciao sagt der JoeamBerg

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    oberallgeier, komm wieder zurück auf den Teppich. Niemand will sich hier mit flüssigem Phenol übergießen, es geht um das Sägen von Hartpapier für einen Bot in der 1kg Klasse.
    Ich bleibe bei meiner Aussage, dass beide Materialien nicht unproblematisch sind, dass es aber reichen sollte, das Fenster aufzumachen, damit man die flüchtigen Schadstoffe (welche auch immer) los wird.

  6. #6
    Neuer Benutzer Öfters hier
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    Das klingt ja alles nicht sonderlich beruhigend - vielleicht sollte ich doch beim Bastelholz bleiben Zumal "Fenster aufmachen" in meinem Bastelkeller leider nicht drin ist und ich keine Abzugshaube oder ähnliches habe.

    Was benutzt ihr (und andere Threadleser) denn, um Chassis/Skelett zu bauen? Ich würde ja auf Aluminium setzen, aber bei den kleinen Teilchen wäre die Verarbeitung mit meiner Bosch-Oberfräse ziemlich übertrieben (die ist halt so groß, dass damit kaum präzise an den kleinen Teilen zu arbeiten wäre denke ich...).

    Vielen Dank schonmal für eure Hinweise!

    Seb

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    vielleicht sollte ich doch beim Bastelholz bleiben
    Ist auch nicht ohne. Laut TRGS 905 ist Holzstaub sogar als krebserzeugend (Kategorie 3) eingestuft, hier nachzulesen:
    http://www.baua.de/nn_5846/de/Themen...esamtliste.pdf
    Das beim Sägen von Nadelholz freiwerdende Terpengemisch duftet zwar ansprechend, dürfte aber auch nicht unbedenklich sein.

    Aber ich glaube, SO genau wolltest Du das auch nicht wissen. Man muß da abwägen: wer sich zuvielen Giften aussetzt lebt möglicherweise kürzer oder verringert seine Lebensqualität. Wer in ständiger Angst vor Gift lebt, lebt möglicherweise auch kürzer und verringert seine Lebensqualität.
    In diesem Sinne würde ich mir keine übersteigerten Sorgen machen.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von 021aet04
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    Ich habe schon Pertinax gefräst (mit CNC im Keller). Es hat zwar extrem gestunken, da ich falsche Fräser und Vorschübe,.... gehabt habe und sich sogar der Fräser verklebt wurde. Es ist zwar nicht zu ignorieren, aber wenn du mit einer Handsäge arbeitest ist das relativ egal, da sich das Material kaum erwärmt. Ich würde aber keine Laubsäge verwenden sondern eine Bügelsäge o.Ä.. Habe es am Anfang auch versucht und bin gescheitert. Da es sehr hart ist.

    Ich spreche aber von Pertinax (Hartpapier). Mit den anderen Materialien habe ich eine Erfahrung.

    MfG Hannes

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie Avatar von BurningBen
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    Ich würde auch sagen, dass es dir von Schadstoffsicht aus egal sein kann, ob du nun PC oder Pertinax bearbeitest. Stell dich mal ein zwei Stunden an ne Hauptstraße, dann hast du mehr Schadstoffe aufgenommen

    Ich persönlich würde eher Makrolon nehmen, aber das ist einfach ne Geschmacksfrage.

    Dibond habe ich ein bisschen was im Keller stehen, bin ich aber noch nicht dazu gekommen, etwas damit zu arbeiten.
    Besteht ja aus Aluminium und Polyethen, du bekommst also schöne Aluoberflächen mit nem relativ niedrigen Gewicht.
    Solltest du da an passendes Material drankommen, würde ich dir das empfehlen. (vom optischen her)

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Fleißiges Mitglied
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    Ich würde überhaupt keinen Kunststoff verwenden, wenn es nicht sein muss. Die flüchtigen Stoffe wie BPA oder Pthalathe wie DEHP haben immer eine negative Wirkung. Viele wirken sich auch auf das Erbgut aus bzw. verändern das Erbgut und dass evtl. die Kinder die man vielleicht mal haben wird noch was davon haben, muss ja nicht sein. Ist meiner Meinung nach mit dem Feinstaub einer Haupstr. überhaupt nicht vergleichbar. Holzstaub ist im vergleich auch harmloser. Da gibts natürlich auch geleimte, lackierte, usw Hölzer. Trotzdem würde ich mich lieber für Aluminium, Holz oder andere Naturmaterialen entscheiden.

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