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Thema: ätzen

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Roboter Experte
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    ätzen

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    Hi,
    Ich bin dran und drauf mir ein Ätzgerät zu kaufen.
    1. Ich arbeite lieber am Computer anstatt alle Leitungen von Hand zu legen...
    2. Ich kann dann SMD löten (leichter)

    Nun meine Frage:
    Ist Ätzen schwierig oder gefährlich? Ich weiss nur das da ziemlich viel mit giftigen chemischen Stoffen hantiert wird.
    Und damit ich ein Ätzgerät hab, dass nicht gerade nach einem Jahr kaputt geht und auch funktioniert, mit wie viel muss ich da rechnen? (Würde mir sie gerne auf den Geburtstag wünschen...)
    Könnt ihr mir vielleicht noch ein "Ätztutorial" empfehlen oder lerne ich das gleich mit der Anleitung?

    Liebe Grüsse!
    Wer keine Illusionen mehr hat, wird weiterhin existieren, aber aufgefhört haben zu leben.
    (Leonard da Vinci)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    Re: ätzen

    Hi, Da_Vinci13,

    im Vorfeld muss ich sagen, dass ich zum Minimalismus neige. Daher hatte mich dieses Tutorial sehr gefreut (ich hatte da ein bisschen bei den Sicherheitsbemerkungen den einen oder den anderen Finger im Spiel).

    Zitat Zitat von Da_Vinci13
    ... bin dran und drauf mir ein Ätzgerät zu kaufen ...
    Nun ist das natürlich KEIN Ätzgerät. Aber es funktioniert. Hier ist meine erste ordentliche Platine; meine erste selbstgeätzte hatte ich beim Verzinnen versengt.

    ................
    Ciao sagt der JoeamBerg

  3. #3
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    Ich hab meine "Ätzgerät" zwar auch slebst gebaut, aber gehört dass die von Reichelt recht brauchbar sein sollen. Glaub das kleine kostet knapp 120 Euro.

    Gefährlich ist es an sich nicht. Man muss halt nur aufpassen.
    Das "gefährlichste" ist wohl das Ansetzen der Entwicklerlösung mit NaOH. Ist extrem ätzend und sollte man nicht abbekommen, also nur mit Schutzbrille, Gummihandschuhen arbeiten. Aber so oft mischt man ja nicht an. Wenn die Brühe erstmal fertig ist, isse auch nichtmehr sooo gefährlich, da ja reichlich verdünnt.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie Avatar von BurningBen
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    Ich erziele auch mit nem Ätzset für rund 10€ gute Ergebnisse, allerdings wende ich die Tonertransfermethode an, und belichte nicht. -> Natronlauge entfällt

  5. #5
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    Re: ätzen

    Zitat Zitat von Da_Vinci13
    Ich bin dran und drauf mir ein Ätzgerät zu kaufen.
    Nun meine Frage:
    Ist Ätzen schwierig oder gefährlich? Ich weiss nur das da ziemlich viel mit giftigen chemischen Stoffen hantiert wird.
    Und damit ich ein Ätzgerät hab, dass nicht gerade nach einem Jahr kaputt geht und auch funktioniert, mit wie viel muss ich da rechnen? (Würde mir sie gerne auf den Geburtstag wünschen...)
    Könnt ihr mir vielleicht noch ein "Ätztutorial" empfehlen oder lerne ich das gleich mit der Anleitung?
    ciao da vinci,

    aus praktischer sicht hast du mit verschiedenen chemikalien in in wasser gelöster form zu tun.

    - Ätznatron zum Entwickeln des Fotolack auf der Kupferschicht
    ist absolut hautunfreundlich, zerstört eiweiss in der haut, die haut wird dann trocken und
    rissig (handcreme ist eine gute idee)

    - Eisen-III-Chlorid zum Kupfer-Ätzen
    ist sehr farb-intensiv (rost-gelb) und auch aggresiv gegen andere Metalle als Kupfer.
    Ich hatte vor etwa 30 Jahren einen emaillieten Topf zum Aufwärmen benutzt - der hatte eine kleine Beschädigung in der Emaillie, deshalb durfte ich den benutzen (war damals 14 ). eines tages hatte der topf ein loch und die eisen-iii-chlorid lösung ist auf's kochfeld der einbauküche gelaufen. edelstahl ist danach grau matt und nicht mehr schön.
    ( ... hat mega ärger gegeben )

    - ammoniumpersulfat
    ist klar und wird durch das gelöste kupfer blau - hier hab ich (bis auf das Zeug natürlich auch aggresiv gegen andere metalle - auch WMF-Cromagan-Löffel ist)

    alle Flüssigkeiten müssen später ordentlich entsorgt werden, was dann wieder mehr oder weniger grosse probleme aufwirft.

    gerade die verbrauchte Ätzlösung (gelöstes Kupfer) gehört weder ins lavabo, noch in den Garten.

    Bis auf die riesige Sauerei auf dem Fussboden, die bei Missgeschicken entstehen kann ist das zeug nicht soooo gefährlich.
    Natürlich nicht trinken, Kontakt mit Haut und Augen vermeiden, ggf. Spülen und zum Arzt - so wie mit jedem x-beliebigen anderen Zeug auch.

    hier noch ein Link mit weiteren Infos http://www.mikrocontroller.net/topic/39207

    Als Ätzbehältnis würde ich mir etwas aus Acryl kleben lassen und mit Ammoniumpersulfat ätzen.
    Bewegung der Lösung durch eine Aquarienluftpumpe und einen Ausströmerschlauch am boden.
    Beheizung durch eine einfache Stabheizung (Aquarienzubehör).

    Das Behältnis sollte so gross sein, dass die Platinen, die du machen willst, bequem (hochkant) reinpassen.
    Wegen den Luftblasen steigen kleine Bläschen auf, die an der Oberfläche zerplatzen.
    Wenn Dein Ätzbecken nicht hoch genug ist spritzt ein klein wenig raus ( => Sauerei & ggf. Ärger), mach's also im Zweifel lieber 10 cm grösser

    Im Prinzip sollte das alles beim Aquarianer zu bekommen sein. Fressnapf oder Qualipet meine ich da nicht - ich denke an jemanden, der sich auf Aquarien spezialisiert hat und noch selber Becken kleben kann.

    Alternativ solltest Du das Becken auch beim Glaser (bezahlbar, weil das von der Grösse Reststücke sind) bekommen und Heizung & Pumpe bei Qualipet oder sonstwo.

    so long

    Ralph

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein Avatar von 021aet04
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    Du solltest eine eigene Montur o.Ä. für das Ätzen benutzen. Habe ich in der Schule gemacht (nur Ätzen). Die Schürze hatte hässliche Flecken. Ich fräse meine Platinen. Vorteile: keine Flecken, keine Chemie Nachteil: Fräserverschleiß

  7. #7
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    Hi,
    Danke für die vielen und lehrreichen Antworten und Links!
    Jetzt versteh ich das ganze auch schon besser... werde mich in den Ferien weiter in das Thema ätzen vertiefen und es dann vielleicht einmal selbst probieren...
    Noch eine Frage:
    Eisen-III-Chlorid, hab ich gelesen, krieg man ihm Elektronikgeschäft... wo kriegt man die anderen Chemikalien? Kann man die vielleicht in der Apotheke kaufen?
    Und diese speziellen Platinen? Krieg ich die auch im Elektronikgeschäft?

    Liebe Grüsse!
    Wer keine Illusionen mehr hat, wird weiterhin existieren, aber aufgefhört haben zu leben.
    (Leonard da Vinci)

  8. #8
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    Die Chemikalien bekommst du z.B. bei Conrad, Distrelec,...
    Bei den Platinen musst du Fotopositiv oder Fotonegativplatinen nehmen. Normalerweiße nimmt man Fotopositivplatinen. Diese Platinen haben immer eine Schutzfolie. Diese sollte man erst beim Belichten entfernen

  9. #9
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    Halllo Da_Vinci13,

    es kommt natürlich ganz darauf an, mit welcher Methode du nun Ätzen willst: Toner-Transfer oder Belichten.

    Ich habe mit der Toner-Transfer-Methode angefangen. Also Platinenlayout von Eagle auf eine Seite aus dem Reicheltkatalog gedruckt, dann ne reine Kupferplatine mit Aceton saubergemacht, anschließend nochmal mit Wasser drüber und mit nem sauberen Handtuch trockengerieben. Dann das ausgedruckte Stück auf die Platine legen, Bügeleisen anschmeißen und ca. 5 Minuten bügeln, bis der Toner vom Papier auf den Kupfer übertragen wurde. Der nächste Teil war der Komplizierteste. Das Papier hängt immernoch am Toner, aber der wiederrum hängt auch am Kupfer. Man muss also die gesamte Platine einweichen und das Papier vorsichtig runterziehen und runterrubbeln. Dabei kanns schonmal vorkommen, dass der Toner wieder mit runtergeht und alles umsonst war. Naja, war der Schritt geschafft musste ich die Platine nurnoch ins Eisen-III-Chlorid Bad (in einen Plastik-Eisbecher gegossen) geben und mit einer Plastikgabel die Platine solang im Ätzbad bewegen, bis sie fertig war. Danach mit Aceton den restlichen Toner runtermachen und dann konnte man ans bohren gehen.
    Aber die Methode funktioniert eben nur dann wenn du einen Laserdrucker hast. Das mit dem Bügeleisen ist aber eigentlich die schlechteste Methode. Besser wäre es, wenn man sich einen Laminator umbaut.... Ich habe mir aus einem alten Laserdrucker die Fixiereinheit ausgebaut und mit einem µC angesteuert, lief astrein


    Mittlerweile belichte ich meine Platinen. Habe mir dazu einen Gesichtsbräuner bestellt, dessen Elektronik ich anschließend in einen alten Flachbettscanner umgebaut habe. Dazu noch eine Abschaltautomatik mit einem µC nach 2:15 Minuten, damit die Platine nicht überbelichtet wird.


    Vorteile Toner-Transfer:
    - geringer Kostenaufwand
    - man braucht nur Fe3Cl und kann dann theoretisch schon loslegen

    Nachteile Toner-Transfer:
    - das Übertragen (bügeln) von Toner auf Papier nach Toner auf Kupfer kann schonmal 5 Versuche benötigen
    - unsaubere Ergebnisse
    - Sauerei mit dem Papier ablösen


    Vorteile Belichten:
    - saubere, reproduzierbare Ergebnisse
    - geht ebenfalls recht flott

    Nachteile:
    - fallen mir keine ein
    - Edit: Doch, einer fällt mir ein! Man muss sich aus einem Gesichtsbräuner und einem Flachbettscanner ein Belichtungsgerät basteln, wenn man sich kein teures kaufen will


    Auch würde ich dir Fe3Cl nicht in Verbindung mit einer Aquarienpumpe und Ausströmerstein/-schlauch empfehlen! Es neigt zur Schaumbildung und wird dir ruckzuck oben rausquillen. Ich bewege die Platine immer mit einer Plastikgabel oder Handschuhen im Ätzbad, das tut's auch!



    Was man auf jedenfall noch erwähnen sollte: Hast du Bohrer daheim? Nach dem Ätzen geht's nämlich noch weiter: Die ganzen Pads für THT Bauteile müssen gebohrt werden. In einem normalen Haushalt ist es nicht üblich, dass man 1mm Bohrer oder kleiner hat. Für den Anfang wäre ein Dremel + Bohrständer + HSS Bohrer mit 0.6, 0.8 und 1.0mm nicht schlecht (Bohrer gibts bei Pollin)! Aber Achtung, die Teile werden recht schnell stumpf. Ich benutze zum Bohren Wolfram-Carbid-Bohrer (auch "Widia-Bohrer" genannt), neigen aber sehr gerne zum Brechen, wenn man nicht absolut senkrecht mit ihnen bohrt, werden dafür nicht wirklich stumpf und sind auch teurer

    Meine Chemikalien habe ich alle bei Octamex bestellt.

    Fazit:
    Für Toner-Transfer benötigst du:
    Eisen-3-Chlorid (Fe3Cl)
    Unbeschichtete Kupferplatinen
    Reichelt Katalog (oder anderen Katalog mit entsprechend glatten Seiten, die den Toner nicht gut aufnehmen)
    Laserdrucker
    Aceton (um überschüssigen Toner nach dem Ätzen von der Platine zu bekommen und um Platine vor dem Transfer zu reinigen (Fett usw. beseitigen))

    Für Belichten:
    Ein Belichtungsgerät (z. B. aus altem Gesichtsbräuner und Flachbettscanner selber bauen)
    Eisen-3-Chlorid
    Natriumhydroxid (Entwickler)
    Fotobeschichtete Platinen (am besten von Bungard, gibts z. B. bei Reichelt oder Octamex)
    Aceton (um Fotolack nach dem Ätzen von der Platine zu bekommen)
    Transparentpapier zum Ausdrucken der Platinenvorlage

    Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.

    Grüße

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Roboter Experte
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    Hi,
    Danke für die ausführliche Antwort!

    Ich schätze mal ich werde Belicht Methode wählen... die ist auch in unserem Wiki gut erklärt und die hat (nach dir) keine Nachteile!

    Kann ich als Bleichtungsgerät auch ein Halogenscheinwerfer nehmen?

    Liebe Grüsse!
    Wer keine Illusionen mehr hat, wird weiterhin existieren, aber aufgefhört haben zu leben.
    (Leonard da Vinci)

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