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Thema: Wasserrakete mit CO2-Antrieb?

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Wasserrakete mit CO2-Antrieb?

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    Moin moin!

    Hat schon mal jemand eine Wasserrakete mit einer CO2-Kapsel gebaut?

    Normalerweise besteht eine Wasserrakete aus einem nur teilweise gefüllten Wassertank, der Rest des Tanks enthält komprimierte Luft. Bei einer CO2-Rakete würde ich mir einen vollen Wassertank vorstellen, der dann vom CO2 aus der Kapsel leergedrückt wird.

    Habe gerade mal ein bißchen gegoogelt. Eine 16g-CO2-Kapsel ergibt etwa 8 Liter CO2. Bei Normaldruck, nehme ich an, obwohl ich das nirgendwo explizit finden konnte. Wenn ich das Wasser mit einem Druck von etwa 12 bar treiben will, könnte der Wassertank also 8/12=0,67 Liter groß sein. Oder bei größeren Kapseln entsprechend mehr. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man das so einfach rechnen kann. Solange noch flüssiges CO2 in der Kapsel ist, beträgt nämlich der dortige Dampfdruck je nach Temperatur etwa 35..60 bar. Wenn alles CO2 verdampft ist, fällt der Druck rapide ab.

    Das größte Problem dürfte es sein, die 60 bar zu bändigen, damit sie nie komplett am Tank anstehen (sonst müßte der ja ein richtiges, schweres Druckgefäß sein). Meistens bestehen Wasserraketen aus PET-Flaschen, die je nach Ausführung bis 15 bar aushalten. Gibt es kleine, leichte Druckregelventile, die 60 bar bei sehr großem Durchfluß auf etwa 12 bar begrenzen können? Oder wäre da eine Blende ausreichend, dann müßte man halt dafür sorgen, daß die Kapsel erst angestochen wird, wenn der Abfluß (die Düse) offen ist, damit nie der statische Druck anstehen kann.

    Das ganze hängt natürlich nur sehr indirekt mit Robotern zusammen Ich kam drauf, als ich über Starthifen für UAVs nachgedacht habe. Außerdem würde ich gerne mal versuchen, einen Fallschirm (einzeln oder gleich den Bergungsfallschirm der Rakete) gesteuert landen zu lassen. Da wäre so eine Rakete ne relativ einfache Mögichkeit, den Fallschirm erstmal auf Höhe zu bekommen. Und es wäre ja schön, wenn das ganz ohne Pyrotechnik ginge.

    Gruß,
    Nils

  2. #2
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    Interessantes Projekt, gefällt mir gut die Idee!

    Falls die Infos etwas nützen: Eine CO2-Kapsel reicht grade aus, um einen Luftballon prall aufzublasen. Hatte ich mal experimentell ermittelt.
    Mit dem Druckminderer kann ich nur begrenzt weiterhelfen. Eine ganz enge Düse könnte da weiterhelfen. Aber vielleicht das Ganze umdrehen, nicht die Kapsel anpieken sowie die Wasserflaschendüse offen ist, sondern die Kapsel anstechen und die Wasserflasche öffnen sowie genug Druck in der Flasche aufgebaut ist. Also die Austrittsdüse mit einem Überdruckventil versehen.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    Re: Wasserrakete mit CO2-Antrieb?

    Hei Nils,

    Zitat Zitat von Minifriese
    ... schon mal ... eine Wasserrakete mit einer CO2-Kapsel gebaut?
    Nein.

    Zitat Zitat von Minifriese
    Druckregelventile, die 60 bar bei sehr großem Durchfluß auf etwa 12 bar begrenzen
    Wohl schon, aber weder klein noch leicht. Da wäre allenfalls Deine klitzekleine Blende eine Lösung.

    UND - Du hättet ein anderes Problem. Das hatten die Herren Joule und Thomson erfunden. Joule (James) kennst Du aus der Kalorientabelle und der William Thomson heisst auch Lord Kelvin of Largs - nach der Kelvin-Temperaturskala. Die beiden sind verantwortlich dafür, dass sich Gase beim expandieren abkühlen. Wenn Du also sehr schnell CO2 von den 60 bar auf 12 bar entspannst, dann wird Dir das Regelventil vereisen. Das ganze ist bekannt. Dreh mal ne CO2-Flasche auf (vorher Handschuhe anziehen - wegen der vereisten Armatur UND Gehörschutz aufziehen) - Du wirst sehen, wieviel Eis Du Dir da machst.

    Zitat Zitat von Minifriese
    ... wäre ja schön, wenn das ganz ohne Pyrotechnik ginge
    Also ein wenig pyro-mannbar sollte mann doch schon sein.
    Ciao sagt der JoeamBerg

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Moin!

    Naja, den Druckminderer bräuchte ich ja gerade, um den Druck vom Wassertank fernzuhalten. Damit selbiger leichtgewichtiger ausgelegt werden kann. Deswegen ist das mit dem Ventil an der Düse so ne Sache... Vom Durchmesser der Düse hängt (ausreichenden Druck vorausgesetzt) der Schub ab: Enge Düse ergibt lange wenig Schub, weite Düse ergibt kurzzeitig hohen Schub. Weil der Schub bzw. der Impuls halt vom Wasserdurchsatz abhängt.

    Das Volumen ist nicht wirklich riesig, stimmt schon. Aber diese Kapseln speichern halt recht viel Energie ziemlich kompakt. Die Frage ist, ob die Verdampfungsgeschwindigkeit des CO2 in der Kapsel mit dem Wasseraustritt schritt halten kann, und ob sich das CO2 dabei nicht so stark abkühlt, daß die Verdampfung aufhört.

    Weiß denn jemand, wie man diese Kapseln überhaupt unfallfrei ansticht? Meist sieht man die ja ohne Gewinde, sie müssen also vermutlich von hinten irgendwie gegen eine Dichtung (und eine Nadel) gedrückt werden, oder?

    Nils

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Hallo Minifriese.

    wieviel Platz hast Du denn in der Rakete?
    Evetuell könntest Du eine SKS Airgun unterbringen, das ist eine CO2 Notfall Luftpumpe für's Fahrrad.
    siehe z.B. hier -> http://www.bike-x-perts.com/product_...ucts_id/123940 oder einfach mal danach googeln.

    Die Patronen haben ein Gewinde und werden damit in das Ventil eingeschraubt und gleichzeitig durchstochen.
    Man kann nun durch Drehen an dem orangenen Knopf den CO2 Austritt
    relativ gut dosieren.
    Maximal eine 3/4 Umdrehung genügt und sollte mit einem stärkeren Servo machbar sein.

    MfG
    m.artmann

  6. #6
    Moderator Robotik Einstein Avatar von HannoHupmann
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    Wir haben jedes Jahr eine Nikolausvorlesung an der FH die sich mit etwas ähnlichem beschäftigt. Der Prof schiesst eine Rakete durch den Hörsaal die mit einem Kartusche betrieben wird die normalerweise für Sahne verwendet wird. Ka wie das Zeug genau heißt.
    Fliegt auf jedenfall lustig durch die Gegend und da die Kartusche am Ende kalt ist, geh ich stark davon aus, dass darin CO2 war/ist.

  7. #7
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    Zitat Zitat von HannoHupmann
    Fliegt auf jedenfall lustig durch die Gegend und da die Kartusche am Ende kalt ist, geh ich stark davon aus, dass darin CO2 war/ist.
    Bei Sahne ist es Distickstoffmonoxid(N2O).
    Das mit dem kalt werden, passiert bei jedem Gas wenn es dekomprimiert wird.
    MfG

    Michael
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    F: Glauben Sie an außerirdische Intelligenz?
    A: Natürlich, ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß es irgendwo Intelligenz gibt.

  8. #8
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    Wie wäre es mit trocken eis?
    Ich hab schon ein paar pet flaschen in der luft gejagt damit , man füllt 1/3 der flasche mit trocken eis , dann knickt man die flasche (damit wasser und trocken eis und wasser nicht in berührung kommen ) und füllt man 1/3 mit wasser, dann schliesst man die flasche und wirft sie schnell weg

  9. #9
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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  10. #10
    Erfahrener Benutzer Robotik Visionär Avatar von oberallgeier
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    Zitat Zitat von Manf
    ... der allgemeine Hinweis ...
    In den Normen zur Maschinensicherheit ist die obere Grenztemperatur von Oberflächen, die berührt werden können, mit weniger als 60°C angegeben. Aber von der unteren hatte ich noch nix gehört (muss ich mal nachschauen). Trockeneis hat weniger als -80°C und stellt eine ebenso grosse Gefahr dar wie glühende Flächen - und es ist wie bei Verbrennungen: man merkt erst, dass es zu spät ist, wenn es zu spät ist, weil das Zeugs desublimiert und bei Berührung (mit der Haut) SOFORT eine ziemlich gute Kältebrücke entsteht. Die besondere Gefahr bei Trockeneis ist ausserdem, dass man ihm seine Gefährlichkeit garnicht ansieht. Ich nehme dafür ziemlich dicke Spezialhandschuhe. Bei SEHR schneller Entnahme grösserer Gasmengen aus Gasflaschen (nicht nur CO2 oder Lachgas, auch N2 - eben jedes Gas) entstehen solche Temperaturen. Und die einfachste Methode, geringe Mengen Trockeneis im Labormassstab herzustellen, ist das Ablassen aus der Gasflasche.

    Die "Verbrennung", das Absterben der Haut, geschieht übrigens in Sekundenschnelle. Und die Haut stirbt dabei wirklich ab.
    Ciao sagt der JoeamBerg

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