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Thema: Getriebebau

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Getriebebau

    Hallo Freunde

    ich habe gerade mit meinem ersten Getriebe einiges an Lehrgeld bezahlt. Da meine Mechanik erfordert dieses Getriebe weiter auszubauen, hier meine Fragen:

    Das Getriebegehhäuse besteht aus 2 "L"-förmigen Al-Profile mit 3mm Wandstärke aus dem toom-Markt. Die Wellen und Achsen sind in Messingbuchsen vom Conrad gelagert. Die Buchsen haben einen Außendurchmesser von 10mm.

    1. Wie groß muß vorgebohrt werden um dann mit einer 10mm Reibahle eine Presspassung für die Messingbuchsen zu "fräsen". Ich habe mit 9,5mm vorgebohrt, als ich dann die Reibahle ansetzte "versaute" ich mit die ganze Bohrung. Es entstand eine ovale Bohrung die viel zu groß ist.

    2. Ich habe die Lage der Bohrungen für Motorritzel, Löcher für die Verschraubung des Motors mit dem Gehäuse und Wellen mit Zirkel und Lineal ermittelt und mit Bohrer nach Auge 4mm Durchmesser präzise gebohrt bekommen. Als ich dann mit 6-8mm Bohrern die Löcher vergrößern wollte konnte ich keine exakte Positionierung nach "Augenmaß" mehr hinbekommen. Wie kann ich diese Löcher ganz exakt bohren?

    P.S.: Ich habe mir beim erstenmal damit beholfen in einer lokalen Werkstätte mit einem richtigen Fräser mit großem Koordinatentisch die Bohrungen anbringen zu lassen. Das war allerdings sehr teuer! Dort habe ich gelernt das man mit sogenannten "Kantenprüfer" die "Nullstellungen" zum Fahren des Koordinatentisches in Bezug auf das Werkstück ermitteln kann.

    Ich verwende einen sehr soliden spielfreien Bohrständer mit einer Boschbohrmaschine als Fräsmaschine und habe mir dazu von Proxxon den Koordinatentisch zugelegt. trotzdem war das Ergebnis meiner Bemühungen nicht befriedigend. Was kann ich noch machen?

  2. #2
    Gast
    Bohrungen werden normalerweise im Durchmesser der Seele des endgültigen Bohrers vorgebohrt. Auf diese Weise entsteht der geringste Verzug durch Asymmetrie des Bohrers und seiner Schärfe. Damit sollten sich Montagebohrungen mit Spiel anfertigen lassen.

    Wie man mit einer Reibahle ovale Bohrungen macht, habe ich noch nicht verstanden, vielleicht darf man dabei den Koordinatentisch nicht ganz feststellen.

    Vielleicht gibt es Tips für angemessene Präzision wenn Du noch angibst, welches Modul die Zahnräder haben oder welche Präzision gefordert ist.
    Manfred

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Re: Getriebebau

    Für ne Übergangspassung H7/j6 hast du eine Toleranz von
    -0/+15 der Bohrung und -2/+7 an der Welle. Für H7/n6 -0/+15 für die Bohrung und +10/+19 für die Welle ausgehend vom Nennmass.
    !!Alle Masse in Mikrometer!!
    Wie groß du vorbohrst hängt davon ab wielange du dich mit der Reibahle beschäftigen willst

    Ich würde sagen der Proxxontisch + Bohrmaschine hat in keinem Fall ne Genauigkeit im Mikrometerbereich, vielleicht 1/100.

    Ich würde so genau wie möglich bohren und die Buchse dann einkleben, eventuell kann man die Buchse noch geschickt fixieren während der Kleber trocknet, so das das Getriebe optimal passt.

    By the Way, ich drucke mir immer Bohrschablonen aus. Da körne ich dann durch. Genauer gehts mit Hausmitteln eigentlich gar nicht mehr.

    Hast du die Ahle eigentlich in der Bohrmaschine gehabt? Wenn ja ist das Loch oval geworden weil du falsch gebohrt hast.

    Gruß, Sonic

  4. #4
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    War das nicht so dass beier Reibahle entweder das Werkstück oder die Bohrmaschine nicht Komplett fest eingespannt werden dürfen ... oda verhau ich mich da jetzt mit leppen oder honen ?

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Hallo Manfred
    ich wollte kein ovales Loch mit der Reibahle machen. Da meine Vorbohrung um 0,5mm Durchmesser kleiner als die gewollten 10mm war, die Reibahle aber nicht imstande ist mit der Stirnfläche das Bohrloch zu vergrößern, verhakte sich beim Vorschub eine der Schneidkanten im Al und bewegte so das Werkstück wodurch ein ovales Loch entstand. Die Kräfte sind größer als als die Befestigung des Werkstückes diese auffangen kann. Zu deinem ersten Satz, eine Reibahle hat im Unterschied zu einem Bohrer nicht die Fähigkeit in das Material einzudringen, also einen Vorschub zu gestatten!

    Hallo sonic, der Proxxon Koordinatentisch kann von der Betätigung eigentlich +-0,01mm genau positioniert werden. Eine wesentlich Schwäche ist allerdings die relativ kurzen Verstellwege. Allerdings mache ich nun genau was du sagst, ich verwende einen Kleber um das Spiel zwischen den Buchsen und der Bohrung im Al auszugleichen um die Buchsen zu fixieren.
    Das Problem war nicht so sehr eines durch Bohrschablone zu lösendes, sondern das exakte mittige Positionieren des Bohrers über der Bohrung bei Bohrspitzen >5mm Durchmesser. Die Paralaxe, sowie vermutlich das nicht gleichzeitig und mit gleicher Schneidkraft Eindringen der Schneidkanten des Bohrers in die existierenden Bohrungen. Die Exentrik erzeugt bei größer werdenden Bohrdurchmessern größere Drehmomente die der Bohrständer und der Bohrer nicht mehr auffangen können.
    Last, but not least, ich hatte die Ahle in der Bohrmaschine und der Kern meiner Frage ist wie bohre ich richtig?!
    Halllo klucky, in der Werkstatt hat der Meister Werkzeug und Ahle fest eingespannt, die Bohrmaschine und ihr Ständer sind allerdings im Vergleich riesig, massig, und können Drehmomente locker aufnehmen.

    Trotzdem danke für euer Antworten. Das nächste Mal werde ich wohl ein 10mm Bohrloch mit einem 10mm Bohrer aufbohren und anschließend hoffen, das die Reibahle aufgrund der Toleranzen noch eine Funktion erfüllt. Wie sonic sagt, ist zwar nicht elegant aber finanzierbar mit Kleber Übergröße auszugleichen.
    MfG

    Hellmut

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Zitat Zitat von Hellmut
    ...
    Last, but not least, ich hatte die Ahle in der Bohrmaschine und der Kern meiner Frage ist wie bohre ich richtig?!
    ...
    Das Problem mit den Ovalen Löchern in Aluminium ist das der Bohrer anfängt zu schwingen.
    Bei Aluminium reduziere ich meistens die Drehzahl und nehme Schmiermittel zur Hilfe. Ganz wichtig ist, das man nicht in einem durchbohrt, sondern immer wieder ein paar Sekunden absetzt und immer nur ein bisschen weiterbohrt.

    Wegen dem Positionieren des Bohrers: Du musst auf alle Fälle vorher ankörnen. Das ist eigentlich sehr genau. Dann positioniert sich der Bohrer in gewissen Grenzen selber.
    Und, je kürzer der Bohrer desto besser, dann schwingt er nicht so leicht.

    Gruß, Sonic

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Hallo Sonic
    du meinst direkt mit 10mm Durchmesser bohren? 3mm starkes AL ist natürlich recht stabil?! Ich bohre normalerweise erst mit kleineren Durchmessern und arbeite mich an die z.B. 10mm heran. Aber noch mal die Frage, mit welchem Durchmesser sollte ich Vorbohren wenn ich eine 10mm Reibahle einsetzen möchte?
    MfG

    Hellmut

  8. #8
    Super-Moderator Lebende Robotik Legende Avatar von Manf
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    Zitat Zitat von Anonymous
    Bohrungen werden normalerweise im Durchmesser der Seele des endgültigen Bohrers vorgebohrt. Auf diese Weise entsteht der geringste Verzug durch Asymmetrie des Bohrers und seiner Schärfe.
    Ich habe mich im Praktikum belehren lassen, daß es keinen Zweck hat, sich in vielen Schritten an die Engröße heranzuarbeiten, bei einem Bohrer ist die ideale Vorbohrung der Durchmesser der Seele, (des Bohrers, also geschätzt 1/4 des Durchmessers je nach Größe).
    Bei der Reibahle ist es natürlich anders, da muß man schon deutlich näher heran, ich kenne das geeignete Maß nicht und hätte höchstwahrscheinlich auch 9,5 bis 9,8 genommen.
    Manfred

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Zitat Zitat von Hellmut
    Hallo Sonic
    du meinst direkt mit 10mm Durchmesser bohren? 3mm starkes AL ist natürlich recht stabil?! Ich bohre normalerweise erst mit kleineren Durchmessern und arbeite mich an die z.B. 10mm heran. Aber noch mal die Frage, mit welchem Durchmesser sollte ich Vorbohren wenn ich eine 10mm Reibahle einsetzen möchte?
    Ne, ich würds so machen wie Manfred es vorgeschlagen hat. Wenn du eine hohe Genauigkeit erreichen willst, würde ich nicht direkt mit 10mm bohren, sondern ein bisschen kleiner und dann mit der Reibahle weitermachen. Das mit dem Absetzen bezog sich auf die ovalen Löcher. Die entstehen wenn das Alu zu heiß wird. Dann fängt es an den Bohrer vollzuschmieren und er fängt an zu schwingen. Deswegen kühlen schmieren und immer wieder ein bisschen absetzen. Alu ist relativ problematisch zu bearbeiten, weil es so schnell schmiert.

    Aber wenn du sowieso die Buchse einkleben willst, könnt ich mir vorstellen das du auch mit dem 10mm Bohrer direkt bohren kannst.

    Gruß, Sonic

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