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Umfrageergebnis anzeigen: Autodidaktisch oder per Studium?

Teilnehmer
44. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Autodidaktisch reicht aus

    26 59,09%
  • Studium; zum Selbsterlernen einfach zu viel

    18 40,91%
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Ergebnis 1 bis 10 von 40

Thema: Studium oder autodidaktisch

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Begeisterter Techniker
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    Studium oder autodidaktisch

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    Hi Leute,

    mich würde als Einsteiger mal interessieren, ob man eurer Meinung nach zwingend ein Studium benötigt, oder ob es ausreicht, bzw. ob es zu umfangreich ist, sich die notwendigen Wissensbereiche autodidaktisch anzueignen.

    Gruß,
    Hendrik

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Es kommt darauf an, wie weit man in die Materie rein will.
    Die Grundlagen und einfache Anwendungen im Bereich der Robotik kann man sich problemlos autodidaktisch beibringen. Wenn es aber komplexer wird, wie z.B. Bereiche der Regelungstechnik, ist es schon sinnvoll, auf das Wissen eines Studiums zurückgreifen zu können.

    Ich habe selber Elektrotechnik studiert. Sehr viele Dinge, die ich im Studium gelernt habe, habe ich im Berufsleben noch nie verwendet. Aber manchmal ist es schon hilfreich, wenn man sich an die ein oder andere Vorlesung noch mal erinnern kann.

    askazo

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Hallo,
    ich habe keine Stimme abgegeben; Begründung:
    Als heute 56-jähriger habe ich mir alle Kenntnisse seit meinem 14. Lebensjahr durch praktische Versuche und 'Basteleien' selbst erworben. Ich habe kein Studium absolviert und keine höhere Schule besucht; ich kenne nur 8 Jahre Volksschule, gefolgt von 3 1/2 Jahren Lehre als Starkstromelektriker. Ich kann noch nicht einmal englisch bis auf goto, call und was sonst noch an technischen Fachbegriffen wichtig ist. Eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker (Elektroniker gab es noch nicht) blieb mir wegen fehlendem Mittelschulabschluß verwehrt.
    Mich hat nie interessiert, wie ein Transistor innen funktioniert und aufgebaut ist, sondern was ich mit ihm machen kann und wie ich ihn anschließen muß. Wenn ich Schaltungen entwickle, muß ich die Funktion und die Pinbelegung kennen und nicht den inneren Aufbau und die Struktur (das ist meine ganz persönliche Meinung).

    Solche Sätze sind mir wohl bekannt:
    Zitat Zitat von askazo
    Ich habe selber Elektrotechnik studiert. Sehr viele Dinge, die ich im Studium gelernt habe, habe ich im Berufsleben noch nie verwendet.
    Während Andere studiert haben, konnte ich praktische Erfahrungen sammeln. Dabei möchte ich allerdings nicht verhehlen, daß ich über den 'Dreisatz' nicht sehr weit hinaus komme. Es gibt allerdings viele 'schlaue' Bücher, das Internet mit einer Informationsflut und 'Studierte', die man fragen kann. Was dann noch unklar ist, fragt man in einem Forum nach.

    Bis heute habe ich meinen beruflichen 'Werdegang' nicht bereut und kann sogar mit etwas Stolz sagen, daß ich einigen 'frischen' Ingenieuren noch eine Menge 'Praktisches' beibringen konnte und durfte.
    Daß man heute ohne Titel und Studium wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, ist natürlich ein Problem. Insofern kann ich auch niemandem raten, auf einen Hochschulabschluß zu verzichten, sich alles selbst beizubringen und ohne Titel auf Arbeitssuche zu gehen. Deshalb habe ich auch keine Stimme abgeben können.

    Wer sich den Lebenslauf eines 'Elektronik-Sauriers' ansehen möchte, hier ist er. Dazu noch das Leistungsprofil .
    MfG Karl-Heinz
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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    Hallo,
    man kann sich durchaus auch selbst einarbeiten. Es ist aber ein ordentliches Paket, was sicher einfacher geht, wenn man noch Schüler ist, da einfach mehr Zeit zur Verfügung ist.

    Ich habe mit ca. 12 Jahren angefangen, mich mit Elektronik zu beschäftigen, wobei mir damals ein Buch von Jean Pütz (der war in seinem früheren Leben auch Elektronik-Ing. oder so) optimal geholfen hatte. Dieses recht dicke Buch stach durch seine didaktische Aufbereitung aus der Masse der Bücher, die ich mir damals ausgeliehen hatte, heraus. (Also von den Grundlagen des Atommodells aufwärts, statt reine Schaltungssammlung..)

    Nachdem die Elektronik ziemlich gut saß, habe ich mich auch mit dem damaligen Commodore Pet Computer (hab den Namen vergessen, jedenfalls lange vor VC20 und C64) befasst, da erstmal AD-Wandler angeschlossen, ein Speicher-Oszilloskop (bis 30kSamples LOL ) programmiert und danach einen Atari erstanden..
    Darüber war ich dann mit dem Gymn. fertig geworden und hab Automatisierungstechnik studiert. Das war natürlich sehr hilfreich. Aber den Praxiszugang habe ich mir vorher im Selbststudium und Bau von Schaltungen erworben..
    Nach dem Studium gings dann an den Bau eines verteilten Transportsystems, mit kleinen Fahrzeugen, die man durchaus als Bots bezeichnen könnte, da sie selbst ihren Weg in einem Schienensystem fahren konnten, jobs erledigen (lassen) und während der Fahrt mit den anderen (10-200) Infos über Schleifleitungen (CAN) austauschen konnten. Der Gag war, dass die Teile einen Plan des Systems hatten, wussten wo sie waren und selbst lenken konnten, und dass das Schienensystem kein aktiven Weichen sondern T-Stücke enthielt.
    Danach kamen 10 Jahre als Hausmann, Kindererziehung usw., und nun möchte ich mich mal wieder aufwärmen..als Hobbyist..

    Lustig ist, dass die damaligen State-of-the-Art- Teile, nun hier Standardkomponenten sind. Ein Controller mit SRAM, EEPROM, FLASH, ADC, CAN, SPI, I²C, eingebautem Reset und Ramprotection .......traumhaft. Das war ne ganze Platine..und viel teurer..

    Ich hab für Antwort 2 gestimmt, aber es gibt natürlich irgendwo eine Grenze. Besonders auch bei der Software...und dem Aufwand..

    sigo

  5. #5
    Moderator Robotik Einstein Avatar von HannoHupmann
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    Na dann mal noch das Kommentar von einem Studenten dazu.
    Ich hab in Elektrotechnik und Maschinenbau mal reingeschnuppert und mach jetzt Mechatronik (für alle welche T-Rex noch persönlich kennen, das ist ne Mischung aus Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau) weil es meiner Meinung nach am meisten bringt.
    Die ersten Semester hat Roboter und Studium nicht viel miteinander zu tun auch hast du keine Ahnung wie du eine Schaltung praktisch bauen musst damit danach ein Verstärker raus kommt (naja halt Theoretisch).

    Erst im Hauptstudium oder später wird es spannender und also auch erst für komplexere Projekte welche über FolgderWand, und einfache Odometrie hinaus gehen (siehe ASIMO). Sowas und ähnliches ist nur mit Studium zu bewerkstelligen, oder aber dem gleichen Zeitaufwandt für autodidakten nur wer hat soviel Zeit neben den anderen Tätigkeiten?

    Was mich allerdings wundert ist warum du die Frage stellst immerhin bist du laut Profil 25 Jahre alt, also nicht mehr Studienanfänger sondern hast eine Ausbildung schon abgeschlossen oder bist gerade am Studieren (und wohl entweder fertig oder noch dabei).
    Ich bin jetzt an der FH und nicht mehr Uni weil die Uni nun wirklich nur was für Leute ist die wissen wollen wie man einen Transistor dotiert oder warum Elektronen durch eine dotierung durchtunneln können. Einige aus meinem Studiengang haben bereits Meister oder Ausbildung in technischen Berufen und wünschen sich jetzt etwas mehr Wissen als einfach nur Schlatungen aufzubauen (Vorsicht keine Kritik an den Vorrednern oder sonst wem).

    Welchen Hintergrund hat den die Frage?

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    Zitat Zitat von HannoHupmann
    Die ersten Semester hat Roboter und Studium nicht viel miteinander zu tun auch hast du keine Ahnung wie du eine Schaltung praktisch bauen musst damit danach ein Verstärker raus kommt (naja halt Theoretisch).
    Genau da liegt mein persönlicher Kritikpunkt, was das 'Studieren' betrifft. Gehen denn Alle nach dem Studium in die Forschung, wo das Wissen über Formeln, Diagramme, Dotierungen, also die ganze Theorie der Elemente Voraussetzung ist, oder gehen die Meisten in Betriebe, wo sie Schaltungen entwickeln und zusammen bauen sollen, aber dann wenig Kenntnisse darüber haben, was an Bauteilen, IC's, Sensorik, Techniken, usw. am Markt verfügbar ist und wie diese einzusetzen sind und angeschlossen werden.
    Ich mache den 'Studierenden' und 'Studierten' nicht den geringsten Vorwurf, weil ich glaube, daß viele mit einer ganz anderen Vorstellung das Studium begonnen haben. Es gibt ja durchaus 'gute' Universitäten, die auch praxisbezogen 'unterrichten'. Letztendlich sind jedoch die in der Verantwortung, deren Aufgabe es ist, Wissen zu vermitteln.
    MfG Karl-Heinz
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  7. #7
    Super-Moderator Robotik Visionär Avatar von PicNick
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    Bei der Ausbildung ist das mit "Praxisbezogen" halt so 'ne Sache. Hätt ich damals praxisbezogenen Unterricht gehabt, hätt' ich gelernt, wie ich aus einen ECC85 Röhre einen Oszillator baue. Super, brauch' ich alle Tage. *g*
    Du kannst in der Schule nur lernen, zu lernen. Der Rest hängt von dir ab.
    mfg robert
    Wer glaubt zu wissen, muß wissen, er glaubt.

  8. #8
    Moderator Robotik Einstein Avatar von HannoHupmann
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    Naja das kannst du dir ganz einfach selber ausrechnen. Es gibt bei den Maschinenbauern etwa 100 Abgänger pro Jahr und von denen bekommen vielleicht 5 eine Anstellung als Technischer Mitarbeiter (das wäre Forschung) und ein paar machen weiter zum Doktor (was auch Forschung ist) alle anderen gehen in Entwicklung und Produktion.
    Bei der FH ist das ganze noch etwas besser, da diese meisten nicht so viel Forschen bzw. eher noch Praxisbezogen sind (Praxissemester, etc).
    Und selbst die in der Forschung ham nicht gleich nur mit Diagrammen Dotierungen etc zu tun, das hast du nur wenn du wirklich Grundlagenforschung machst. Forschen kann man auch in der Entwicklungsabteilung einer Firma, bzw. ein neues Produkt entwickeln hat ja in gewisser weise auch was mit Forschung zu tun.
    Ein studierter soll halt einfach nur mehr Ahnung haben und daher leichter etwas neues entwickeln können. Außerdem sind für kompliziertere Roboter schon einiges an Rechnungen nötig.
    Einfaches Beispiel. Mein Roboter hat 6 Beine und ein Gewicht von 2,2kg wieviel Kraft muss jetzt der Servo an der Schulter aufbringen damit das Ding wärend dem laufen stabil ist? Wie gesagt einfaches Beispiel.
    Komplexes Beispiel: Ein Roboter hat 6 Gelenke und damit pro Gelenk 3 Freiheitsgrade, um wieviel Grad müssen sich die Gelenke drehen damit die Spitze des Roboterarms auf den Koordinaten x=56 y= 56 und z=56 liegen und wärend der Bewegung nirgends anstossen (wenn man es "dumm" macht hat man danach etwa 200 Seiten Mathematische Formeln, wenn man aber erst noch einen Mathematiker bemüht und das mit Finiten Elementen berechnet, dann passt es auf ein A4 Schmierblatt)
    Forschungs Beispiel: Wie muss ein Roboter beschaffen sein, um ein Gewicht von 6 Tonnen zu heben mehr als 600°C aushalten und dabei noch eine genauigkeit von 1mm pro 100 Durchläufe erreichen.
    Oder eben wie muss ein Marsroboter aussehen.
    Was man macht ist eigentlich jedem selbst überlassen, ich bin auch eher der Praktiker, lieber ausprobieren als rechnen, aber bei vielen Sachen ist ausprobieren entweder seeehr teuer oder schlicht unmöglich. Deswegen bin ich auch an ner FH und nicht an ner Uni weil die Uni doch nochmal ein Stück theoretischer ist.
    Bei beiden gleich, du lernst ne Menge Zeug was du nie brauchst, aber dir helfen Dinge die du brauchst zu verstehen.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Robotik Einstein
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    @HannoHupmann
    Deinen Ausführungen stimme ich (fast) voll und ganz zu.
    Ich habe nicht gemeint, daß die Theorie komplett durch die Praxis abgelöst werden soll, sondern daß bestimmte Teile der Theorie durch etwas mehr praxisbezogenes Studium ausgeglichen werden könnten. Was da sinnvoll ist und was nicht, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Wie Du selbst richtig schreibst, ohne Formeln für die 6 Beine mit je 3 Gelenken geht es nicht, ohne zu wissen wie sie montiert werden, mit welchen Komponenten sie bewegt werden können, wie bzw. womit diese Bewegungen gesteuert werden und wie die Steuerung angeschlossen wird, geht es aber auch nicht. Und bei der Praxis wird so manche Theorie neu überdacht und kalkuliert.
    In eine Entwicklungsaufgabe, wie z.B. den Bau eines MarsRoboters kannst Du nur mit bzw. in einem Team hineinwachsen, studieren wohl weniger.
    Zwischen Theorie und Praxis vermisse ich eine gewisse Ausgewogenheit.
    MfG Karl-Heinz
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  10. #10
    Erfahrener Benutzer Roboter Genie
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    also ich bin ja noch zu jung für ein Studium. aber ich muss sagen, oft ist es schon praktisch oder interresannt etwas, genauer zu kennen. einen transisor erklären kann ich auch. autodidatisch ist einfach lustiger und sicher genaus so lehrnreich, als wenn man die größte zeit vorlesungen besucht. aber für den beruf ist ein studium sicher notwendig.

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