Informatiker der freien Universität Berlin http://www.math.fu-berlin.de haben eine neue Generation von Sensoren vorgestellt, die drahtlos über kurze Distanzen miteinander kommunizieren. Wie bei der "Stillen Post" werden erfasste Daten von Sensorknoten zu Sensorknoten übertragen, bis sie schließlich zur Auswertung gelangen. Das neuartige Kommunikationsnetz "ScatterWeb" http://www.scatterweb.net funktioniert drahtlos und ist mobil einsetzbar.

Die neuen Sensorknoten können Licht, Vibration, Temperaturen, Luftdruck, Bewegung und viele anderen Umweltdaten erfassen. Die Sensoren haben, je nachdem welche Daten ermittelt werden, unterschiedliche Reichweiten. Nachbarknoten werden bis zu einer Entfernung von vier Kilometern über Funk erkannt, Bewegungen bis zu zehn Meter Distanz aufgezeichnet. Temperaturen werden direkt am Standort der Knoten gemessen.

Mit der neuen Technologie kann zum Beispiel das Verhalten von Herdentieren oder Einzelgängern erforscht werden. Jedes Tier wird dazu mit einem Sensor ausgestattet, und die Daten per Funk von Sensor zu Sensor übertragen. Da jeder Knoten die Informationen eines anderen Sensors aufnimmt und weitersendet, erhält der Empfänger schließlich das gesamte Datenmaterial zur Auswertung. In Bäumen installiert, kann mit dem Kommunikationsnetz auch der Wildwechsel innerhalb eines Reviers beobachtet und aufgezeichnet werden.

Weitere Anwendungsgebiete wären die Überwachung von Bauwerken hinsichtlich Schäden durch Alterung, die Erfassung des Energieverbrauchs innerhalb von Gebäuden oder die Kontrolle von Ölpipelines in Bezug auf mögliche Lecks. Da das ScatterWeb auf Internet-Technologie basiert, stellt es bei Preisen ab 20 Euro pro Kleinstrechner eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Systemen dar. Jeder beliebige Webbrowser kann dabei als Zugang dienen.

Quelle: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040421017